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Wo die Äpfel automatisiert in die Kühlung schweben

Schnellerer Transport der Äpfel in die Kühlzellen, weniger CO2- Belastung durch Lkw im Tal und eine Attraktion: Im italienischen Trentino arbeitet die weltweit erste Seilbahn für Fruchttransporte.

Donnerstag, 20. November 2025

Die weltweit erste Seilbahn für Fruchttransporte steht im Trentino beim Apfelkonsortium Melinda. Foto: Consortio Melinda

Von Martina Kausch

400.000 Tonnen Äpfel jährlich produziert das Konsortium Melinda im italienischen Predaia am Nonsberg – jetzt wird das Obst per Seilbahn transportiert. Die erste Seilbahnanlage für Fruchttransporte auf der Welt ist eröffnet. Sie verbindet auf 1,3 Kilometern eines der Verarbeitungszentren in Predaia mit den unterirdischen Kühlzellen in den Dolomiten in der Mine von Rio Maggiore.

In fünf Metern pro Sekunde in den Stollen

Die Anlage kann nach Angaben des Konsortiums stündlich 460 stapelbare Behälter zu je 300 Kilogramm mit einer Geschwindigkeit von fünf Metern pro Sekunde transportieren. Die Strecke beginnt in der Verarbeitungsanlage in Predaia. Von dort führt die Bahn weitere 430 Meter durch einen Tunnel und endet im Inneren des Stollen, der nach dem Abbau von Dolomitgestein als natürlich gekühltes Lager genutzt wird. Der „natürliche Kühlschrank“ mit kontrollierter Temperatur im Herzen der Dolomiten spart 30 Prozent Strom gegenüber einem herkömmlichen Lager ein.

Ernesto Seppi, Präsident des Konsortiums im Apfel-Kühlstollen. Foto: Consortio Melinda

Vollautomatisierte Anlage

Die kuppelbare Einseilumlaufbahn mit 11 Stützen (davon sechs im Tunnel) überwindet auf  einer Länge von 1.300 Metern einen Höhenunterschied von 87 Metern. Dank der Installation von elektrischen Rolltoren an den Kabinen sind die Be- und Entladevorgänge vollständig automatisiert. Die Tore öffnen und schließen beim Erreichen der Station automatisch. Ein Mitarbeiter arbeitet zur Überwachung der Anlage. In der Endstation der Seilbahn ist zudem ein 26 Meter hoher Lastenaufzug mit einer Tonne Tragfähigkeit integriert, der die beiden Lagerebenen verbindet und auch über ein vollständig automatisiertes Be- und Entladesystem verfügt.

Die „Apfelseilbahn“ – teilweise finanziert durch das europäische Programm Next Generation EU, das 40 Prozent der Investitionen übernommen hat – wird 5.000 Lkw-Fahrten vermeiden und die CO2-Emissionen im Tal deutlich senken.

 

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