Im Zuge ihrer laufenden Restrukturierung plant die Haus Cramer Gruppe weitere Maßnahmen zur Kostensenkung im laufenden Geschäftsjahr. Zu diesen Kostensenkungsmaßnahmen gehört laut dem Unternehmen die Anpassung von Organisations- und Personalstrukturen am Standort Warstein und der damit verbundene geplante Abbau von rund 125 Arbeitsplätzen (FTE). Die notwendige Senkung der Personalkosten gehe einher mit einer erheblichen Senkung der Sachkosten, um das Unternehmen nachhaltig wettbewerbsfähig aufzustellen.
Erst im Mai dieses Jahres hatte der Brauereikonzern die Schließung und den Verkauf von Standorten angekündigt. Insgesamt sind von den Maßnahmen 211 Mitarbeiter betroffen, hieß es damals.
An wichtigen Investitionsentscheidungen hält das Unternehmen nach eigenen Angaben fest, darunter die Errichtung einer modernen Entalkoholisierungsanlage in 2026 sowie einer Windenergieanlage am Standort Warstein, die im Frühjahr 2027 in Betrieb genommen wird. Zudem wird auch der geplante Relaunch der Marke Warsteiner noch in 2026 gestartet und ab 2027 kommunikativ begleitet.
Kostensenkung notwendig, um Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft auszubauen
„Angesichts der in den letzten zehn Jahren branchenweit gesunkenen Absatzmengen, sind diese zusätzlichen Maßnahmen zur Kostensenkung unvermeidlich“, sagte CEO und CRO Bodo Joachim Wendenburg anlässlich einer Mitarbeiterversammlung in Warstein. Der Bierabsatz ist in den letzten zehn Jahren in Deutschland um rund 19 Prozent zurückgegangen, der Pilsbier-Absatz im Handel sogar um 21 Prozent. Diese Entwicklung trifft auch die Haus Cramer Gruppe. „Wir steuern jetzt gegen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens dauerhaft wiederherzustellen. Dazu gehört leider auch die Anpassung der Belegschaft an die insgesamt gesunkenen Absatzmengen“, so Wendenburg weiter.
Kostensenkungsmaßnahmen sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein
Die Haus Cramer Gruppe plant, die Maßnahmen zur Kostensenkung bis Ende 2026 abzuschließen. Bislang umgesetzte und eingeleitete Schritte tragen bereits zu einer Entlastung bei. Dazu zählen die Schließung und Verlagerung der Brauerei in Herford sowie der laufende Verkaufsprozess der Brauerei in Paderborn. Dennoch sind vor dem Hintergrund des schwierigen Marktumfelds zusätzliche Maßnahmen erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig auszubauen.
Verhandlungen über den Abbau gestartet – Ziel sind sozialverträgliche Lösungen
Das Unternehmen geht davon aus, rund 50 der betroffenen Arbeitsplätze durch altersbedingte Renteneintritte und das Auslaufen befristeter Arbeitsverhältnisse abbauen zu können. Für die verbleibenden rund 80 Arbeitsplätze führt die Geschäftsführung bereits konstruktive Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern. Ziel ist es, gemeinsam sozialverträgliche Lösungen für die betroffenen Mitarbeitenden zu entwickeln.






