Die Unternehmen der Schwarz Gruppe haben mit der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern nach eigenen Angaben eine wegweisende Partnerschaft vereinbart. Ziel sei es, “Europa im Bereich Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in die erste Liga zu bringen” – mit Mecklenburg-Vorpommern als einem zentralen, souveränen Knotenpunkt. Die Partnerschaft hat zwei Schwerpunkte: ein Infrastrukturprojekt mit Rechenzentrum und die gemeinsame Entwicklung hochperformanter Digitallösungen für eine souveräne öffentliche Verwaltung des Bundeslandes.
Gerd Chrzanowski, Komplementär Schwarz Gruppe: „Digitale Souveränität entsteht nicht durch Appelle oder Reden. Sie entsteht durch Handeln, durch verlässliche Infrastruktur und durch praxistaugliche Anwendungen. Wir warten nicht darauf, dass andere vorangehen. Wir übernehmen unternehmerische Verantwortung und investieren nachhaltig in die Zukunft des Standorts Deutschland.”
Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, bemerkte dazu: „Ziel der Landesregierung ist, dass wir unabhängiger von ausländischen Anbietern von Rechenzentren und Cloud- und KI-Anwendungen werden. Wir sehen die Investitionsentscheidung der Schwarz Gruppe deshalb auch als Möglichkeit für mehr Unabhängigkeit und mehr Datensicherheit. Unser Land wird in vielfacher Weise von dieser Investition profitieren.”
Potenzial für 1 Gigawatt Anschlussleistung
Vorbehaltlich der üblichen Genehmigungen wird das Rechenzentrum bis 2033 über eine Kapazität von 240 Megawatt verfügen. Die Kapazität planen die Unternehmen der Schwarz Gruppe (Kaufland, Lidl) einerseits für das eigene Ökosystem ein. Andererseits würde das Rechenzentrum die weitere Entwicklung und Skalierung souveräner IT-Lösungen stärken, gebündelt bei der IT- und Digitalsparte Schwarz Digits. Damit gibt es sehr konkrete Perspektiven, die Kapazität bis 2045 auf eine Anschlussleistung von 1 Gigawatt auszubauen.
Das aktuell in Aussicht stehende Grundstück für das Rechenzentrum liegt im Gewerbegebiet der Gemeinde Dummerstorf. Ein Vorteil von Norddeutschland sei die hohe Verfügbarkeit von nachhaltig produziertem Strom, unter anderem aus On- und Offshore Windkraft. Am angedachten Standort ist auch ein Anschluss an das 380-Kilovolt-Höchstspannungsnetz möglich. Höchstspannungstrassen machen den Transport großer Strommengen effizienter, die Netzentgelte sinken mit steigender Spannungsebene.
5,6 Milliarden Euro für Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern
Darüber hinaus begünstigt das Klima eine effizientere freie Kühlung über Umgebungsluft. Es liegt eine Absichtserklärung mit den Stadtwerken Rostock zur Nutzung der Abwärme vor. Ziel ist es, die Abwärme des Rechenzentrums nachhaltig und zum Vorteil der kommunalen Wärmeplanung zur Verfügung zu stellen. Für ein anderes Rechenzentrums-Projekt der Unternehmen der Schwarz Gruppe im brandenburgischen Lübbenau hatten die beteiligten Parteien jüngst Verträge für ein gemeinsames Fernwärme-Konzept gezeichnet.
Das Projekt in Dummerstorf befindet sich in einem frühen Stadium, technische Spezifikationen sind noch nicht finalisiert – wie beispielsweise die genauen Anforderungen an die Zusammenstellung von Cloud- und KI-Microchips. Die Investitionen für die Kapazität von 240 Megawatt sind mit einem voraussichtlichen Investitionsvolumen von ungefähr 5,6 Milliarden Euro bepreist.






