Am Anfang war das Ei – beziehungsweise die Frage, ob ein Hühnerembryo männlich oder weiblich ist. Das Start-up Orbem entwickelte als Antwort eine Kombination von schneller Magnetresonanztomographie (MRT) mit Deep-Learning-Methoden für die Durchleuchtung von Eiern. Dabei bestimmt die Software das Geschlecht anhand der Bilder. Danach werden die Eier mit weiblichen Hühnerembryos aussortiert und bebrütet, die anderen nicht. Dadurch wird verhindert, dass männliche Küken, die keine Eier legen und weniger Fleisch als weibliche bringen, getötet werden. Seit 2023 ist das Start-up in der Geflügelindustrie tätig.

Pedro Gómez. Foto: Orbem
Fruchtbranche im Visier
Nun aber will Orbem nicht mehr nur Eier scannen, sondern auch Wassermelonen und Avocados auf innere Schäden testen. „Bisher existiert keine andere Lösung, die so tief und ohne Schäden Obst und Gemüse analysieren kann“, sagt Orbem-Mitgründer Pedro Gómez. Daher sei das Wachstumspotenzial für Orbem sehr hoch.
Gerade hat das 2019 als Spin-off der Technischen Universität München ausgegründete Unternehmen in einer zweiten Finanzierungsrunde 55 Millionen Euro von Investoren erhalten. Noch in diesem Jahr sollen die ersten von Orbem gescannten Früchte im Supermarkt zu finden sein. Denn, so Gómez, am Ende des Tages sehe eine Avocado ähnlich aus wie ein Ei – und könne deswegen mit der entwickelten Technologie problemlos untersucht werden.






