Die Backstation ist einer der wenigen Orte im Supermarkt, die bisher weitestgehend markenfrei geblieben sind. Das will Coppenrath & Wiese ändern: Der Tiefkühlkost-Spezialist expandiert mit Brötchen ins Bake-off-Geschäft und verzeichnet dort erste Erfolge. Im Interview mit der RUNDSCHAU skizziert Geschäftsführer Kasper von Bockum die Strategie dahinter und erklärt, wie der traditionelle Markenanbieter junge Konsumentinnen und Konsumenten für die TK-Truhe gewinnen möchte.
Hohe Energiekosten, Preisdruck, verändertes Konsumentenverhalten – wie geht Coppenrath & Wiese mit diesen aktuellen Themen um?
Wir navigieren erfolgreich durch die zahlreichen aktuellen Herausforderungen und hatten 2025 ein gutes Geschäftsjahr. Wir haben gelernt: Um resilient zu sein, muss man Entwicklungen antizipieren und Szenarien entwickeln. Das betrifft zum Beispiel die Themen Zölle oder Maul- und Klauenseuche, die uns stark beschäftigt haben. Unternehmen müssen vorbereitet sein, und zwar ohne dass ständig Krisenmodus herrscht. Bei Coppenrath & Wiese haben wir keine Krisen-Lethargie, wir haben eher eine „Can-Do“-Mentalität.
Was tut sich auf der Konsumentenseite?
Früher galt die Devise „eine Torte für alle Anlässe“, das ist längst nicht mehr so. Die Konsumenten erwarten vor allem kleinere, feine Produkte für den alltäglichen Genuss oder eine größere Vielfalt, wenn es um wichtige Anlässe geht, etwa Familientreffen. Das bedeutet, dass wir öfter verschiedene Produkte in einer Verpackung kombinieren müssen. Dazu kommen moderne Geschmacksrichtungen, etwa Lemon Cheesecake und Salted Caramel, aber auch in der Range „American Bakery“ mit Produkten wie Cinnamon Roll Cheesecake oder Chocolate S’mores Brownie, die vor allem bei jüngeren Zielgruppen hoch im Kurs sind.
Ist die Tiefkühltruhe für Generation Z überhaupt relevant?
Die TK-Abteilung könnte insgesamt attraktiver dargestellt werden. Das ist häufig eine Region im Supermarkt, die als karg angesehen wird. Dabei gibt es sehr viel, was für Tiefkühlprodukte spricht, wie die konstant hohe Produktqualität, die es so nirgendwo anders gibt. Auch die hohe Innovationskraft und die Tatsache, dass die Ware keine Konservierungsstoffe enthält, sprechen eindeutig für die Kategorie. Diese Pluspunkte kommen aber vielfach nicht bis zum Konsumenten durch. Viele jüngere Verbraucher sind nicht mehr gewohnt, zur Truhe zu gehen. Hier müssen Industrie und Handel weitere Anstrengungen unternehmen, damit die Attraktivität der Abteilung gesteigert wird.
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Das vollständige Interview lesen Sie in der April-Ausgabe der RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel.






