Edeka-Händler Feneberg mit Sitz in Kempten im Allgäu, über 70 Filialen im Süden Deutschlands, rund 3.000 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von über 500 Millionen Euro hat am 9. Januar 2026 beim Amtsgericht Kempten ein Schutzschirmverfahren beantragt.
Gutscheine derzeit nicht einlösbar
Obgleich Kunden laut Pressemitteilung weiterhin wie gewohnt in allen Lebensmittelmärkten der Feneberg Lebensmittel GmbH einkaufen können, wurde bei Facebook gemeldet, dass Gutscheinkarten und Gutscheine mit sofortiger Wirkung nicht mehr eingelöst werden können. Kunden reagierten in den Kommentaren verärgert.
Die Verbraucherzentrale Bayern bestätigte auf Anfrage, dass Kunden lediglich durch eine Anmeldung ihrer Forderungen zur Insolvenztabelle versuchen können, ihr Geld zurückzuerlangen.
„Verbrauchern, die noch Gutscheine von Feneberg haben, bleibt leider nichts anderes übrig, als diese offenen Beträge bei der Insolvenztabelle über den Insolvenzverwalter anzumelden. Dies schreibt die Insolvenzordnung vor. Bei einer solchen Anmeldung zur Tabelle erhalten Verbraucher jedoch meist nicht den vollen Betrag, sondern nur einen kleinen Prozentsatz, damit alle Gläubiger nach Möglichkeit mit einem Anteil befriedigt werden können.“
Interessenten für Übernahme
Laut der Wochenzeitung “Kreisbote” hat der Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leibold angedeutet, dass es bereits mehrere Kaufinteressenten gibt, die sich teils für das gesamte Unternehmen, teils nur für einzelne Filialen oder Vermögensgegenstände interessieren.
Jochen Sedlitz, Generalbevollmächtigter im Schutzschirmverfahren und Partner der Kanzlei Grub Brugger aus Stuttgart, sagte gegenüber der Lokalzeitung: „Feneberg beabsichtigt nicht, die Standorte Kempten, Sonthofen, Immenstadt, Lindenberg, Füssen, Kaufbeuren, Marktoberdorf, Memmingen und Mindelheim jetzt oder in Zukunft zu schließen oder den Betrieb einzuschränken.“






