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Ein Kaffee mit… Henkell Freixenet: Lebensfreude als Treiber

Henkell Freixenet-CEO Dr. Andreas Brokemper feiert im nächsten Jahr ein besonderes Firmenjubiläum. Der sportliche Manager schwärmt für die neue Aperitif-Kultur und sieht große Wachstumschancen im No- und Low-Alcohol-Segment.

Donnerstag, 4. Juni 2026

Foto: Heike Rost

Von Marcelo Crescrenti

Natürlich bedeutet Genuss für Andreas Brokemper, einen ausgesuchten Schaumwein zu verköstigen. Doch besondere Genussmomente sind für den CEO von Henkell Freixenet vor allem jene, in denen er abseits des durchgetakteten Alltags zur Ruhe kommt. Etwa mit der Familie oder beim Ausdauerlaufen – niemals mit Musik im Ohr, dafür am liebsten mitten in der Natur.

Veränderungen aus Überzeugung

Nächstes Jahr feiert Brokemper ein besonderes Jubiläum: 25 Jahre in der Geschäftsführung des Unternehmens, davon 15 Jahre als CEO. In diesem Vierteljahrhundert haben sich das Segment der Schaumweine, das Hauptgeschäft der Gruppe, genau so wie die Konsumgewohnheiten grundlegend gewandelt. „Neben formellen Anlässen wie Geburtstag oder Silvester kommen informelle dazu, wie zum Beispiel der Apéro am Abend, im Übergang zwischen Arbeit und Freizeit. Das haben wir relativ früh erkannt“, sagt der Manager, der in Paderborn studierte und in Stuttgart promovierte.
Auch das Unternehmen selbst hat sich in dieser Zeit verändert, ist nach der Fusion von Henkell und Freixenet 2018 endgültig zum Schwergewicht im internationalen Markt geworden. Trotz der Größe gelingt es Henkell Freixenet unter der Führung von Andreas Brokemper immer wieder, sich dem Markt anzupassen und Trends mitzugestalten. „Innovationen sind auch eine Frage der Unternehmenskultur“, betont der Firmenchef im Gespräch im ehrwürdigen Schloss Henkell in Wiesbaden. „Man muss sich selbst in die Pflicht nehmen, das Unternehmen weiterzuentwickeln.“ Veränderungen müsse man „aus Überzeugung vorantreiben“.

Langfristige Investitionen

Ein Schlüsselmoment für die Gruppe war aus seiner Sicht der Erwerb der Marke Mionetto. „Prosecco war ein Gamechanger“, sagt Brokemper rückblickend. Das Wachstum des italienischen Spumante sei der Moment gewesen, „als dem Schaumwein die Krawatte genommen wurde“. Es habe sich seitdem auch in Deutschland eine lockere Aperitiv-Kultur entwickelt. Der Ableger Mionetto Aperitivo wurde in nur zwei Jahren in mehr als 15 Ländern eingeführt. Mehr Lebensfreude – das propagieren die Marken des Hauses, auch wenn aktuell die Zeiten nicht für Leichtigkeit stehen. Oder gerade deswegen.

Im Schaumwein-Geschäft müssen Investitionen mit einer langfristigen Perspektive getätigt werden, betont der Konzernchef. Es geht um Lagen, Lieferketten und das richtige Gespür für zukünftige Trends. „Wir haben zum Beispiel frühzeitig in Crémant investiert. Solche Investitionen brauchen Zeit“, betont Brokemper. „Die wachsende Popularität des Produkts gab uns letztendlich Recht.“ Der weltweite Crémant-Absatz ist 2025 um beachtliche 7,5 Prozent gewachsen.

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