Ultraschnell ist man im Münchner Stadtbüro von Gustavo Gusto im Gespräch mit den beiden Geschäftsführern Christoph Schramm und Benjamin Krapf bei den Themen, die die Tiefkühlpizza-Welt im Sommer 2026 beschäftigen. Welche Trends gibt es aktuell, wie wichtig ist der Airfryer? Wie begegnet man dem Preisdruck? Wie stärkt man den heimischen Markt? Dann sind da noch die Ziele im Export. Und zur Fußball-WM heißt es, die Macht eines Prominenten zu nutzen. Zumindest dieses Thema ist flott durch: Weltfußballer Lothar Matthäus wirbt aktuell für die limitierte „Italia 90“ Pizza-Edition.
Handarbeit zählt
Die anderen Themen bleiben. Auf dem deutschen Markt wachsen – das funktioniere durch Innovationen und Qualität. Tatsächlich hat Gustavo Gusto seine Existenz auch der Innovationsfreude von Gründer und Team zu verdanken. Student Christoph Schramm wollte eine TK-Pizza herstellen, die zuhause so schmeckt wie in der Pizzeria. Allen Skeptikern zum Trotz etabliert der Gründer seit 2014 das italienische Lieblingsgericht der Deutschen im Premium-Segment. Immer noch werden die Pizzen in den Werken in Geretsried (Oberbayern) und Artern (Thüringen) mit der Hand belegt.
Doch das jahrelange schnelle Wachstum stellt das Unternehmen vor Herausforderungen, die unter Preisdruck noch einmal wichtiger werden. „Man lernt und verändert sich durch Schmerz – und wenn der Druck kommt. Dadurch waren wir gezwungen, uns effizienter aufzustellen. Aber wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und bereits Ende 2024 ein umfassendes Optimierungsprogramm gestartet – in der Produktion ebenso wie in der Verwaltung“, berichtet Schramm. Seither sei das Management gezielt verstärkt worden, neue strategische Geschäftsfelder wurden auf den Weg gebracht.
Wie wollen Benjamin Krapf und Christoph Schramm mit Gustavo Gusto wachsen? In der DACH-Region sei man gut aufgestellt, Polen habe man als attraktiven Markt im Blick. Ein Engagement beim Thema Handelsmarke macht Schramm von Rahmenbedingungen abhängig, würde sich aber grundsätzlich nicht verschließen.
Die kleinere 24 Zentimeter-Pizza mit dem schönen Namen Amore und einem Sauerteiganteil im Boden zielt erfolgreich auch in Richtung Genuss zwischendurch: „Der Snacking-Markt ist ein attraktives Feld, das wir genau beobachten“, so Krapf. Und dann gibt es noch das Thema Produkte für Airfryer: Wichtig für das Unternehmen? Für den CFO des Lebensmittelproduzenten ist klar: „Ein Airfryer-Produkt ist für uns denkbar – aber nur, wenn es unserem Qualitätsanspruch vollständig gerecht wird. Das erfordert eine spezifische Produktentwicklung, denn Airfryer und Backofen funktionieren grundlegend anders. Wir gehen das sorgfältig an.“
Liebe zu Lebensmitteln oder Marge?
Nach wie vor möchte man sich am Headquarter in Geretsried eher am Konzept hochwertigen Genusses orientieren als an kurzfristigen Trends. Eine Strategie, die sich Schramm auch für die Zusammenarbeit mit dem Handel wünscht. Langfristiges Denken und Wertschätzung den kleinen, innovativen Unternehmen gegenüber sei gefragt: „Wichtig ist, den Wert eines Industrieunternehmens nicht nur anhand der Handelsspanne zu messen – der Wert der Marke muss einfließen“, fordert Schramm. Die Investition in positiv bewertete Lovebrands komme dem Handelspartner zugute. Für den Firmenchef stellt sich letzten Endes die Frage: „Liebt man
Lebensmittel oder liebt man Margenverbesserung?“






