Die in Eigenverwaltung befindliche Privatbrauerei Eichbaum GmbH & Co. KG wird den Geschäftsbetrieb einstellen. Darüber hatten die Verantwortlichen in der letzten Woche den Gläubigerausschuss informiert. Vorausgegangen war in den vergangenen Monaten eine umfassende Prüfung verschiedener Sanierungs- und Fortführungslösungen, die sich letztlich aber als nicht umsetzbar erwiesen. Ende Oktober 2025 hatte der vorläufige Sachverwalter noch „gute Chancen“ gesehen, das Unternehmen zu retten.
Laut einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung sei entscheidend, dass eine Übertragung des Geschäftsbetriebs auf einen Investor unter den gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht mehr möglich sei. Dem Unternehmen würden die erforderlichen finanziellen Mittel fehlen, um den gesamten Betrieb und die Verhandlungen über einen eventuellen Verkauf fortzuführen, ohne die Insolvenzmasse und damit die Interessen der Gläubigerinnen und Gläubiger zu beeinträchtigen. Trotz der Umsetzung verschiedener Restrukturierungsmaßnahmen arbeite die Brauerei defizitär. Nach der aktuellen Liquiditätsplanung wäre eine Rückführung weiterer Massedarlehen nicht darstellbar. Vor diesem Hintergrund bestehe aus wirtschaftlichen sowie insolvenzrechtlichen Gründen keine andere Möglichkeit, als die Betriebseinstellung einzuleiten.
„Wir haben in den vergangenen Monaten intensiv alle realistischen Optionen für eine Sanierung und den Erhalt der Privatbrauerei geprüft. Die Entscheidung zur Betriebseinstellung ist uns außerordentlich schwergefallen. Sie ist jedoch unausweichlich, weil eine weitere Fortführung die Ansprüche der Gläubiger gefährden würde und dies insolvenzrechtlich nicht zu verantworten ist“, erklärt Rechtsanwalt Dr. Christoph Glatt von der Kanzlei Schiebe und Collegen, der als Generalbevollmächtigter den gesamten Prozess begleitet.
Alle 240 Mitarbeiter am Standort betroffen
Von der Betriebseinstellung sind alle rund 240 Beschäftigte am Standort betroffen. Sie werden nun kurzfristig betriebsbedingte Kündigungen erhalten. Dies betrifft auch die rund 30 Beschäftigten, die bereits einem Wechsel in eine Transfergesellschaft zugestimmt hatten, da diese ohne den bis zuletzt angestrebten Erhalt des Unternehmens nicht zustande kommen wird.
Auch der Betriebsrat wurde umfassend über die Situation informiert. Kurzfristig wird eine Belegschaftsversammlung stattfinden, auf der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter persönlich über die Entscheidung und die weiteren Schritte unterrichtet werden.
Im Rahmen des Eigenverwaltungsverfahrens wird nun ein strukturierter Verwertungsprozess für sämtliche Vermögensgegenstände der Privatbrauerei eingeleitet. Dieser umfasst unter anderem auch das Betriebsgrundstück an der Käfertaler Straße. Parallel ist vorgesehen, den Betrieb mit einem kleinen Abwicklungsteam geordnet auslaufen zu lassen und die noch vorhandenen Aufträge bis Ende September 2026 abzuwickeln.
Unternehmen seit Oktober 2025 in Eigenverwaltung
Ende Oktober 2025 hatte die Privatbrauerei Eichbaum GmbH & Co. KG einen Prozess gestartet, um sich im Rahmen eines Eigenverwaltungsverfahrens neu aufzustellen. Die Geschäftsführung um Uwe Aichele und Frank Reifel wird dabei unterstützt von Rechtsanwalt Dr. Christoph Glatt von der Kanzlei Schiebe und Collegen. Rechtsanwalt Thomas Oberle von der Kanzlei SZA Schilling, Zutt & Anschütz wurde durch das Insolvenzgericht zum Sachwalter bestellt. Im Verfahrensverlauf hatte der Gläubigerausschuss mehrere Fortführungskonzepte intensiv geprüft und bewertet.






