Es ist dieser Balken in der Umsatzgrafik, der Hinnerk Ehlers besonders freut. Die Märkte volatil, der Rohstoffmarkt schwierig – und doch: Die Kunden kaufen mehr Frosta-Produkte als jemals zuvor. 2025 stieg der Umsatz um 13,4 Prozent, während der Gesamtmarkt laut Nielsen um 3,7 Prozent wuchs und der umsatzstärkste Mitbewerber auf dem Marken-Markt um 1,9 Prozent.
Sich treu bleiben
„Der Konzernjahresüberschuss bewegt sich mit einem Ergebnis von 37 Millionen Euro (Vorjahr 42 Mio. Euro) und mit 5,4 Prozent (Vorjahr 6,6 %) vom Umsatz innerhalb der prognostizierten Erwartungen“, heißt es von Unternehmensseite. Und was sagt der Vorstand für Marketing und Vertrieb zum Gesamtergebnis? „Wir freuen uns, dass wir uns auch in Zeiten treu bleiben können, in denen die Bedingungen schwieriger werden“ – das ist wohl die wichtigste Botschaft des 58-Jährigen im März 2026.
Set-up bei der Logistik
Was genau sind die Herausforderungen in einem Unternehmen, das mit dem „Reinheitsgebot“ wirbt und damit, dass die Produkte „100 Prozent frei von Zusatzstoffen“ sind? „Der Rohwareneinkauf ist bei uns kompliziert, weil wir besondere Anforderungen haben. Bei uns darf kein Gemüse aus dem Gewächshaus kommen, es muss Freilandanbau sein. Wir brauchen die Rückverfolgbarkeit bis zum Feld und bis zum Saatgut. Deshalb können unsere Einkäufer nicht auf Spotmärkten einkaufen. Jeder Lieferant wird auditiert und genau überprüft. Das macht es bisschen schwierig und auch teuer.“
Rohware von der Ananas bis zur Zucchini
zu bekommen, ist eine Baustelle. Den steigenden Bedarf aus dem LEH zu decken, eine andere. „Wir sind ja in den letzten beiden Jahren so stark gewachsen, auch gerade letztes Jahr, dass wir in der Logistik kaum hinterherkamen“, berichtet Ehlers. „Bei einem stabilen Geschäft kann man alles optimieren. Aber wenn man stark wächst, ist das herausfordernd. Wir haben das ganze Logistik-Set-up im Spätherbst letzten Jahres neu aufgesetzt, um die Nachfrage bewältigen zu können.“
Die nächsten Ziele
Auch wenn Frosta den leicht wachsenden Bio-Markt im Blick hat – „unser Hauptgeschäft sind die konventionellen Produkte“, weiß der Vorstand. Das Thema Convenience prägt dabei auch das Geschäft des Herstellers von Tiefkühlwaren, denn die immer gestressteren Konsumenten mögen es bequem. Bei TK-Gerichten legte Frosta 2024 ein Plus von 17,7 Prozent hin, während der Markt insgesamt um neun Prozent wuchs. Feines aus dem Fridge als Alternative zum Lieferdienst – das ist ein Schwerpunkt in Ehlersʼ Zukunftsdenken. „Der Claim ‚Frosta ist für alle daʻ meint: Frosta ist auch für die Kunden da, die Alternativen zum Restaurantbesuch suchen.“
Immer schneller dank KI
Als vorteilhaft erweist sich bei dem Mittelständler Frosta, dass man bei Produktentwicklung und Markteintritt sehr schnell sein kann. Wobei laut Ehlers die Überprüfung der Neuentwicklung länger dauert als die Entwicklung selbst. Aber gerade bei Marktforschung tue sich dank KI viel und selbst Sensorikprozesse würden dank neuer KI-gestützter Testverfahren viel schneller und brächten mittlerweile gleich zuverlässige Ergebnisse wie herkömmliche Methoden. Keine Frage: Hinnerk Ehlers hat als begeisterter Kitesurfer auch das Tempo im Blick: „Frosta muss sich immer weiterentwickeln, deswegen arbeiten wir an vielen Innovationen.“






