Generic filters
Exact matches only

3D-gedruckter Supermarkt entsteht im Schwarzwald

Mit einem Netto-Markt in Neubulach hält der 3D-Betondruck Einzug in den großflächigen Handelsbau. Das Projekt setzt auf automatisierte Bauprozesse und CO₂-reduzierte Baustoffe.

Dienstag, 30. Juni 2026

© Aleksej KekselEin Supermarkt aus dem 3D-Drucker entsteht.

Von Marcelo Crescenti

In Neubulach im Landkreis Calw entsteht derzeit ein Supermarkt, dessen Wände überwiegend im 3D-Betondruck gefertigt werden. Nach Angaben der Projektpartner handelt es sich um den weltweit ersten Markt, der auf diese Weise im industriellen Maßstab entsteht. Bauherr ist die Sehne Backwaren KG. Netto Marken-Discount wird die rund 1.700 Quadratmeter große Immobilie künftig nutzen.

Das Projekt kombiniert automatisierten 3D-Betondruck mit einem CO₂-reduzierten Zement und gilt als Beispiel für neue Bauverfahren im Gewerbebau. Die Unternehmen Instatiq, Nelcon und Heidelberg Materials setzen das Vorhaben gemeinsam mit weiteren Partnern um.

Mehr als 1.300 Quadratmeter Wandfläche aus dem Drucker

Für den Rohbau drucken die Projektpartner mehr als 1.300 Quadratmeter Wandfläche mit rund 292 Kubikmetern Spezialbeton. Die Wände erreichen eine Höhe von bis zu sieben Metern. Damit entsteht nach Angaben der Beteiligten zugleich das bislang größte realisierte 3D-gedruckte Gebäude weltweit.

Zum Einsatz kommt das mobile Drucksystem „P1“ von Instatiq. Zeitweise arbeiten zwei Drucker parallel auf der Baustelle. Die Maschinen lassen sich abschnittsweise versetzen und können so auch großflächige Gebäude direkt vor Ort Schritt für Schritt errichten. Stützen und Ringbalken ergänzen die gedruckte Konstruktion in konventioneller Bauweise.

Die Projektpartner wollen den Wandrohbau innerhalb von rund vier Wochen abschließen. Die direkte Übertragung digitaler Planungsdaten auf die Drucker soll Bauzeiten verkürzen und die Abläufe auf der Baustelle effizienter gestalten.

CO₂-reduzierter Zement erstmals in dieser Kombination im Einsatz

Ein zentrales Merkmal des Projekts ist der Einsatz eines speziell entwickelten 3D-Druckbetons von Heidelberg Materials. Dieser basiert auf dem Near-Zero-Zement „evoZero“. Hier wird die CO₂-Bilanz durch CO₂-Abscheidung und -Speicherung reduziert. Das bei der Zementproduktion abgeschiedene Kohlendioxid wird dauerhaft unter dem Meeresboden gespeichert.

Nach Unternehmensangaben sinkt dadurch der CO₂-Fußabdruck des Betons deutlich, ohne, dass die Rezeptur oder den Produktionsprozess des Druckbetons zu verändern. Für den automatisierten Bauprozess sind zudem Eigenschaften wie hohe Pumpfähigkeit, Formstabilität und eine schnelle Festigkeitsentwicklung entscheidend.

Potenzial für den Bau von Supermärkten

Supermärkte zählen zu den Gebäudetypen mit hohem Zeit- und Kostendruck bei Planung und Bau. Nach Einschätzung der Projektpartner eignet sich der 3D-Betondruck insbesondere für standardisierte Gewerbebauten mit großen Wandflächen und klar strukturierten Abläufen.

Der Neubau in Neubulach soll zeigen, dass sich die Technologie nicht nur für Pilotprojekte oder Wohngebäude eignet, sondern auch unter realen Bedingungen im großflächigen Handelsbau eingesetzt werden kann. Ziel ist es, Bauprozesse stärker zu automatisieren, Ressourcen effizienter einzusetzen und die Bauzeit zu verkürzen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Bleiben Sie stets informiert

Sie möchten unser Magazin testen?

Bestellen Sie das kostenlose Probeheft!

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die rundschau kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Wir liefern Ihnen jede Woche die Top-News der Lebensmittelbranche

Der kostenfreie E-Mail-Newsletter der RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel