Die Übernahme von 35 Standorten der Feneberg GmbH hat Rewe am 16.07.2026 beim Bundeskartellamt angemeldet. Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen sieht für die Fusionskontrolle im Vorprüfverfahren eine Frist von einem Monat ab dem Eingang einer vollständigen Anmeldung vor. Dieses Verfahren läuft aktuell. Die Tatsache, das Edeka Südbayern 72 Märkte verliert, kommentiert der Handelsforscher Stephan Rüschen im RUNDSCHAU-Interview als “dramatisch”.
Nach aktuellem Stand der Dinge sollen die Feneberg-Filialen, die sich seit April 2026 im Insolvenzverfahren befinden, von Rewe und der LEH Allgäu GmbH des Geschäftsmanns Alexander Pade übernommen werden. Damit verliert die Edeka Südbayern 72 Märkte zwischen Augsburg und dem Bodensee. Edeka Südbayern hatte Feneberg bis zuletzt beliefert und ist nach übereinstimmenden Medienberichten mit hohen Außenständen konfrontiert.
Arbeitsplätze sollen erhalten werden
Der Insolvenzverwalter hat nun Rewe und die LEH Allgäu GmbH des Geschäftsmanns Alexander Pade gewonnen, um die Märkte weiterzuführen. „Die Rewe Group, die Eigenverwaltung der Feneberg Lebensmittel GmbH und die LEH Allgäu GmbH haben eine gemeinsame Investorenvereinbarung für die geplante Zukunftslösung der Feneberg-Standorte unterzeichnet“, heißt es in einer Mitteilung des Handelskonzerns. Ziel sei, die Märkte, die Nahversorgung und die rund 3.700 Arbeitsplätze zu erhalten.
Fenebergs Historie
Feneberg, 1947 in Kempten aus einem Käsegroßhandel entstanden, ist in der vierten Generation familiengeführt, seit 2025 von Amelie Feneberg und Christof Feneberg. Bereits 2019 hatten Mitarbeitende aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens auf Teile des Lohns verzichtet, 2023 wurde das hohe Defizit der hauseigenen Metzgerei Allgäu Fresh Foods bekannt. 2025 begab sich Allgäu Fresh Foods unter ein Schutzschirm-Verfahren zur Sanierung, eine fränkische Metzgerei-Gruppe übernahm über die Hälfte des Unternehmens. Feneberg erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 547 Millionen Euro. Allein der Geschäftsbericht 2024/25 wies einen Verlust von rund zehn Millionen Euro aus.
Genehmigungsverfahren könnte länger dauern
Zum Genehmigungsverfahren des Bundeskartellamts ist noch wichtig: Kann ein Zusammenschlussvorhaben am Ende des Vorprüfverfahrens nicht freigegeben werden, da weitere Ermittlungen erforderlich sind oder wettbewerbliche Bedenken bestehen, wird ein Hauptprüfverfahren eingeleitet. Für ein solches stehen maximal vier weitere Monate zur Verfügung.






