Großer Auftritt für ein kleines Unternehmen: Tayfun Öner, Gründer der Halal-Süßwarenmarke MIralina’s Halal Sweets, trat auf der Bühne des SG-Kongresses mit Max Burianek auf, Leiter TikTok Shop Deutschland. Mit der RUNDSCHAU sprach Öner darüber, wie er die Verkäufe über den Kanal steuert und welche Vor- und Nachteile er darin sieht.
Wann haben Sie angefangen, TikTok als Vermarktungskanal zu nutzen?
2020 habe ich die ersten Videos bei TikTok hochgeladen, sie kamen gut an und hatten jeweils bis zu 60.000 Views. Dann haben wir mit der Content Creatorin und Moderatorin Sam zusammengearbeitet, das hat uns zusätzliche Aufmerksamkeit gebracht. Wir haben gemerkt, dass nur etwa eines von vier Videos funktionierte. Allerdings: Wenn das passierte, wurden wir mit Bestellungen überrannt, unser Lager war regelmäßig leer. Da habe ich gemerkt, dass wir professioneller werden müssen. Wir haben uns dann stärker um Planung und Warenverfügbarkeit gekümmert, aber auch um Vorfinanzierung und Marketing.
Seit wann sind Sie auf TikTok Shop aktiv und warum?
Den TikTok Shop gibt es in Deutschland seit dem 1. April, und wir waren von Anfang an dabei. Der große Vorteil des Shops ist die Einfachheit, mit der man Ware kaufen kann. Ich muss die Kunden nicht zuerst auf meinen Onlineshop verweisen, der Kauf geschieht ohne Plattformbruch. Will heißen: Ein Link im Video führt der Nutzer direkt zum Kauf, er oder sie kann dann einfach weiter auf TikTok bleiben. Das ist ein großer Vorteil.
Was verlangt TikTok dafür?
Eine niedrige einstellige Provision. Allerdings kann man die Produkte mit Werbung auf TikTok pushen. Da muss jeder wissen, was er bereit ist, auszugeben. Das Interessante ist: Kunden können das Video verbreiten und verdienen auch daran, wenn verkauft wird.
Haben Sie keine Sorge, dass eine Änderung des Algorithmus Ihr Geschäft kaputt macht?
Natürlich ist diese Sorge immer da. Allerdings ist das genau so bei anderen Kanälen wie Facebook, Instagram und Google, die wir nach wie vor nutzen. Für uns ist daher eine Diversifizierung wichtig: Wir wollen auf mehreren Plattformen präsent sein und bemühen uns auch, im LEH Fuß zu fassen. Wir arbeiten bereits mit verschiedenen Kaufleuten zusammen, zum Beispiel im Großraum Hamburg.
Ich würde sagen: Wenn Amazon und Instagram ein Kind bekommen würden, dann wäre das der TikTok Shop (lacht).







