Neue Geschmackswelten, ungewöhnliche Texturen und schnelllebige Trends sorgen für Bewegung im Süßwaren- und Snackregal. Wie die Hersteller die aktuellen Entwicklungen einschätzen und welche Impulse sie setzen, zeigt der Branchentalk.
Süßware: Zwischen Trend und Vertrautheit
Ritter beobachtet eine stärkere Ausrichtung auf unterschiedliche Genussmomente. Neben klassischen Anlässen gewännen kleinere Belohnungen zwischendurch, Sharing und neue Snacking-Situationen an Bedeutung. Für die Sortimentsgestaltung sei deshalb die Balance aus starken Kernprodukten, relevanten Innovationen und Produkten für unterschiedliche Konsummomente entscheidend.
Bei Hosta rücken neben neuen Geschmackswelten auch funktionale Aspekte stärker in den Fokus. „Damit verschiebt sich der Fokus ein Stück weit von klassischem ,Weniger von‘ hin zu ,Mehr von‘ – also zu positiven Nährwerten und funktionalen Mehrwerten“, heißt es. Bei aller Veränderung bleibe der Genuss bei Süßwaren jedoch zentral.
Lorenz sieht ebenfalls eine wachsende Vielfalt bei den Snackanlässen. Snacks begleiteten heute „viele unterschiedliche Momente – von Pausenmomenten im Alltag über gemeinsame Abende mit Freunden bis hin zu Events, Reisen oder spontanen Genussmomenten zwischendurch“. Entsprechend vielfältiger würden auch Formate, Texturen und Packungsgrößen.
Wie weit Innovation bei traditionellen Produkten gehen kann, beschäftigt Wicklein. Bei Lebkuchen wolle man „gar nicht jeden Trend bedienen“, sondern Rezepte behutsam weiterentwickeln. Entscheidend sei, was zur Marke passe und den Wiedererkennungswert erhalte.
Gefriergetrocknetes: Mehr als ein Snack
Bei gefriergetrockneten Produkten ist die Entwicklung nach Einschätzung von Seeberger längst nicht abgeschlossen. „Viele Verbraucher kennen die Kategorie zwar mittlerweile, aber längst nicht in ihrer ganzen Breite“, heißt es. Potenzial sieht das Unternehmen unter anderem bei Snacks für unterwegs sowie bei Kombinationen mit Müsli und Joghurt.
Kluth richtet den Blick auf zusätzliche Anwendungen. Gefriergetrocknete Früchte eignen sich demnach nicht nur als Snack, sondern auch als Topping. Zu Pulver verarbeitet, können sie zudem zur Dekoration oder zum natürlichen Färben von Frostings und Cremes eingesetzt werden.
Für Farmer’s Snack liegt eine wesentliche Chance darin, Gefriertrocknung als eigenständiges Thema zu etablieren. Das größte Potenzial bestehe darin, sie „als eigenständiges Snack- und Impulsthema zu denken und nicht ausschließlich als weitere Veredelungsvariante“.
Abdu Demirel von Hyped Food sieht vor allem das Produkterlebnis als Treiber. „Der charakteristische Crunch macht auf Social Media Millionen Views – und diese Neugier führt die Verbraucher direkt zum Produkt im Regal.“ Bei ungewöhnlichen Produkten könne zudem das Probieren den Zugang erleichtern: „Der erste Bissen erklärt das Produkt besser als jeder Text.“
Mehr über die Trends im Süßwaren-Sortiment lesen Sie in der Oktober-Ausgabe der RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel.






