Ernährungsphysiologisch gelten Ballaststoffe als besonders wertvoll: Sie fördern die Sättigung, tragen zur normalen Darmfunktion bei und können helfen, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine tägliche Aufnahme von mindestens 30 Gramm. Tatsächlich liegt der Konsum vieler Verbraucher aktuell darunter, ein Punkt, an dem der Handel gezielt ansetzen kann. Wer ballaststoffreiche Produkte sichtbar platziert und verständlich kommuniziert, trifft einen wachsenden Bedarf und kann Impulse setzen.
Für den LEH eröffnet sich dadurch Potenzial in mehreren Warengruppen. Neben klassischen Vollkornprodukten wie Haferflocken und Vollkornbrot gewinnen Hülsenfrüchte und Nussmischungen an Bedeutung. Sogar ballaststoffreiche Softdrinks und funktionale Erfrischungsgetränke mit zugesetzten Präbiotika mischen inzwischen das Getränkesegment auf.
Wichtig zu wissen: Angaben wie „Ballaststoffquelle“ oder „hoher Ballaststoffgehalt“ sind in der EU klar geregelt. Produkte dürfen diese Claims nur verwenden, wenn sie die vorgeschriebene Mindestmenge an Ballaststoffen enthalten. Weitere gesundheitsbezogene Aussagen, etwa über die Wirkung auf Verdauung oder Blutzucker, unterliegen der Health-Claims-Verordnung und dürfen nur mit zugelassener wissenschaftlicher Grundlage beworben werden. Dies sollte bei der Sortimentsgestaltung und beim Marketing stets beachtet werden.
Eines ist klar: Wer Darmgesundheit und ballaststoffreiche Ernährung im Sortiment berücksichtigt, kann Innovationen vorantreiben und Umsatzchancen nutzen. Entscheidend ist, Produkte glaubwürdig zu positionieren und zwischen fundierter Information und dem Social-Media-Hype zu balancieren.






