Mit mehr als 3.000 verschiedenen Arten im Brotregister gilt Deutschlands Brotkultur als einzigartig – im Jahr 2014 wurde sie sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Dennoch steht das täglichʼ Brot aktuell unter Druck: die Inflation, hohe Herstellungskosten und eine rückläufige Entwicklung beim Pro-Kopf-Verbrauch verändern den Markt. Welche Trends die Kategorie im Jahr 2026 prägen werden, zeigt eine aktuelle Analyse des Marktforschers Mintel.
Auf einen Blick: Vorlieben
Frühstücksbrot: Höhere Ansprüche
66 Prozent der Brotkonsumenten essen es typischerweise zum Frühstück – nicht zuletzt wegen der schnellen und unkomplizierten Zubereitung. Zusätzliches Profilierungspotenzial für Hersteller und Marken liegt im Ballaststoffgehalt und in der Positionierung rund um Darmgesundheit: 59 Prozent der Deutschen, die frühstücken, zeigen Interesse an Frühstücksoptionen mit darmfreundlichen Zutaten. In der Markenkommunikation wird dieses Bedürfnis bislang jedoch nur unzureichend adressiert. Entsprechend groß ist das Potenzial für Konzepte rund um sogenanntes „Fibre Maxxing“. Tatsächlich hoben im Jahr 2025 nur sieben Prozent der Brot- und Brotprodukt-Neueinführungen in Deutschland den Ballaststoffgehalt explizit hervor.
„Konsumenten im Alter von 16 bis 34 Jahren reduzieren ihren Brotkonsum zunehmend aus Sorge über den Verarbeitungsgrad. Die Zugabe von Paprika oder Oliven sowie Hinweise auf natürliche Fermentationsprozesse könnte bei dieser Kohorte auf Anklang stoßen.“
Jack Friedlein – Research Analyst, Mintel Food & Drink
Kaufentscheidung: Bereit zu Zahlen
Nachhaltige und tierfreundliche Produktion sind für viele Konsumenten von Milch, Milchgetränken und Sahne kaufentscheidend: 43 Prozent verbinden Qualität mit tierfreundlicher Haltung. Weitere 52 Prozent sind bereit, für Milchprodukte, die die Branche unterstützen, mehr zu zahlen. Transparente Kommunikation mit Proof Points zu nachhaltigen Praktiken wird immer wichtiger, um Vertrauen zu schaffen.
Private Label: Unter Zugzwang
Handelsmarken zogen bei Broteinführungen erstmals mit Herstellermarken gleich (rollierender Jahreszeitraum bis November 2025). Gleichzeitig geraten Handelsmarken unter Zugzwang, über niedrige Preise hinaus zusätzliche Mehrwerte zu bieten. Obwohl viele Deutsche ihr Brot im Supermarkt kaufen, steht die Private-Label-Kategorie hinsichtlich ihres Verarbeitungsgrads unter Skepsis.
Brotbacken: Für die Gesundheit
46 Prozent der Kategorienutzer geben an, zumindest gelegentlich ihr Brot selbst zu backen. Unter Verbrauchern, die ihren Brotkonsum aus Sorge über den Verarbeitungsgrad industrieller Backwaren einschränken, liegt der Anteil bei 64 Prozent. Neben gesundheitlichen Motiven spielen auch Kostenaspekte eine Rolle: 50 Prozent der Hobbybäcker
bewerten Back-Kits als preisgünstige Alternative zu frischem Brot und Brötchen.
Zahlenticker
Verarbeitung
der Brotverwender erachten eine kurze Zutatenliste als Indikator, dass das Brot weniger verarbeitet ist.
Snacking-Option
der Befragten sehen in Brot eine ansprechende Option für eine schnelle Mahlzeit.
Convenience
der Brotkonsumenten greifen mehrfach pro Woche zu abgepacktem, vorgeschnittenem Brot oder anderen Brotsorten (51 %).
Pro-Kopf-Verbrauch
der Deutschen essen zwar Brot, allerdings hat der Pro-Kopf-Verbrauch über die Jahre hinweg abgenommen. 2025 wird jedoch eine Stabilisierung des Absatzes bei 1,2 Millionen Tonnen und einem geschätzten Umsatz von 3,88 Milliarden Euro erwartet.









