Welche Trends werden die Fußball-WM prägen, was lieben die Konsumenten aktuell? Karin Tischer weiß aus der Sensorikforschung: Die Deutschen mögen besonders abwechslungsreiche Geschmackserlebnisse.
Nicht nur zur WM ist Snacking Trendthema, aber wie passt das Essen zwischendurch mit gesundheitsbewusster Ernährung zusammen?
Der Mensch ist aktuell insgesamt stärker gesundheitsorientiert – und gleichzeitig oftmals inkonsequent. Snacking hat natürlich auch mit erhöhtem Lebensstil und erhöhter Freiheit zu tun : Wir möchten das Essen so gestalten, wie wir Lust haben, es zu tun. Es ist ja auch schön, dass man an strenge Rituale gar nicht mehr so gebunden ist. Durch die Veränderung der Gesellschaft gibt es ein verändertes, vielfältigeres Angebot. Wir haben heute Snacks, die viel mehr zu bewusster Ernährung passen.
Welche Trends haben Sie aktuell grundsätzlich ausgemacht?Wir haben aktuell drei Trendthemen im Fokus. Erstens: Taste the World – die angesagten Länderküchen. Da werden wir jedes Jahr gefragt, welche Länder haben die Nase vorn. Dann haben wir eine Kategorie, die nennen wir die „Charaktergebenden“. Dazu gehören Gewürze und Kräuter, aber auch Toppings, Crunch, Saucen, die letztlich ein tolles Finish bei den Speisen darstellen. Und drittens der Snack Compass. Wichtige Trendthemen wie Digitalisierung, KI, Nachhaltigkeit und Gesundheitsorientierung werden dort teilweise berücksichtigt.
Die Trends der Länderküchen
Wer hat bei den Länderküchen die Nase vorn?
Die asiatischen Küchen. Sie sind schon prägnant vorhanden, sortieren sich aber neu. An der Spitze Japan und Korea, gefolgt von Vietnam und Thailand. Zwei andere Länderküchen entwickeln sich immer mehr: Mexiko und Westafrika. Sie sind sehr bunt, sehr lebensbejahend, lebensfröhlich, aromatisch, würzig, teilweise auch scharf, sie bieten einfach eine Menge Charakter und Vielfalt. Die heimische, mediterrane, orientalische, skandinavische und US-Küche liegen auch weiterhin im Trend.
Was rechnen Sie zu den „Charaktergebenden“?
Hier geht es sehr um sogenannte Signature Items, würziger, mutiger, charakterstärker in Gewürzen, Saucen, Toppings, Umami und sehr gerne mit crunchy Elementen wie Kimchi-Cracker, Granola, geröstete Quinoa, geröstete Entenhaut, frittierter Farn, Bonito-Flakes … Wir wissen auch aus der Sensorikforschung: Die Menschen in Deutschland lieben das Konsistenzspiel ganz besonders. Soft und knusprig, liquid, abwechselnd soll es sein, damit der Konsument wirklich ein Erlebnis im Mundraum hat.
Und was sagt der Snack Compass?
In unserer Trendstudie „FoodZoom 2026“ haben wir zehn Snacktypen ausgemacht. Die Big Drivers für alle Snacks müssen beispielsweise immer instagrammable sein und Emotionen transportieren.

Zurück zur WM: Welche Trends aus den drei gastgebenden Ländern USA, Mexiko, Kanada sollten Händler in Märkten präsentieren?
Burger sind ungebrochen beliebt. Die WM ist eine große Chance für Mexiko – die mexikanische Küche ist aus meiner Sicht eine, die sowieso im Moment anders wahrgenommen wird. Eigentlich wissen wir aus der mexikanischen Küche relativ wenig. Das meiste, was wir in Deutschland als mexikanisch empfinden, ist die Tex-Mex-Küche, die eigentlich aus den USA kommt, mit Nachos, Salsa, Chili con Carne. Die klassische mexikanische Küche ist eine gehaltvolle, durchaus fleischreiche und sehr würzige Küche, mit Guacamole, Tortillas, Empanadas. Diese gefüllten Teigtaschen sind auch durchaus als To-go-Produkt geeignet.
Sie haben außerdem die Bezeichnung One-Hand-Snack für die zweite Hand der dauernd mit dem Smartphone Beschäftigten kreiert …
Ja. Hier Verpackungslösungen zu entwickeln, ist für die Industrie eine Herausforderung.






