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Studie: Vegan ist nicht gleich vegan

Wer vegan lebt, ist nicht einfach „vegan“. Ein aktuelles Studienergebnis zeigt, dass sich vegan lebende Menschen im deutschsprachigen Raum in vier Gruppen unterteilen. Den Unterschied macht weniger der Verzicht auf Fleisch, sondern mehr gesellschaftliches Engagement.

Dienstag, 19. Mai 2026

Foto: krakenimages.com

Von Sibylle Menzel

Die Ergebnisse einer umfangreichen Studie des Informationsportals vegan.eu zeigen, dass sich vegan lebende Menschen im DACH-Raum in vier unterscheidbare Gruppen unterteilen. Bemerkenswert ist nach den Studienautoren dabei, dass die Unterschiede zwischen den Gruppen weniger den grundlegenden Verzicht auf Fleisch, Fisch, Milch und Eier betreffen, sondern vielmehr das Ausmaß gesellschaftlichen Engagements sowie die Breite, mit der vegane Prinzipien auf weitere Lebensbereiche generalisiert werden. Die Mehrheit vegan lebender Menschen zeigt insgesamt eine hohe Konsequenz ihrer veganen Lebensweise.

Die Studie identifiziert vier vegane Gruppen

Einsatzorientierte Veganer (50,8 %):

Die größte Gruppe innerhalb der veganen Community lebt konsequent vegan, achtet auf die Vermeidung tierischer Stoffe in Lebensmitteln und Materialien, lehnt die Haltung von Tieren zum menschlichen Vergnügen ab und engagiert sich aktiv für Tierrechte. Viele versuchen zudem, andere Menschen vom Veganismus zu überzeugen.

Lebensstil-Veganer (33,0 %):

Die zweitgrößte Gruppe lebt ebenfalls konsequent vegan und bezieht viele weitere Konsumbereiche in die vegane Lebensweise ein, darunter Materialien wie Wolle oder Leder sowie Zusatzstoffe im Lebensmittel- oder Materialbereich. Auch vergnügungsorientierte Tierhaltung wie Zoo- oder Haustierhaltung wird überwiegend abgelehnt. Der Hauptunterschied zu den einsatzorientierten Veganer besteht darin, dass sich Lebensstil-Veganer zwar ebenfalls häufig im Freundes- und Bekanntenkreis für Veganismus einsetzen, jedoch kaum politisch-aktivistisch engagieren. Veganismus bildet auch für sie einen wichtigen Teil einer überwiegend tierethisch motivierten Identität, durchdringt aber das soziale Leben weniger stark als bei einsatzorientierten Veganer.

Pragmatische Veganer (13,1 %):

Diese erheblich kleinere Gruppe achtet konsequent auf den Verzicht von Fleisch, Milch, Fisch und Eiern, ist bei anderen Produktbereichen wie Leder, Wolle oder Zusatzstoffen jedoch weniger streng. Auch vergnügungsorientierte Tierhaltung wird weniger kritisch hinterfragt. Pragmatische Veganer engagieren sich seltener für Veganismus und Tierrechte und beteiligen sich typischerweise nicht an Tierrettung. Veganismus bildet für sie eher einen begrenzten Teilbereich ihrer Identität und wird stärker als Ernährungsweise verstanden als eine umfassende, den Alltag prägende Lebensform.

Vegane Grenzgänger (3,1 %):

Diese sehr kleine Gruppe bezeichnet sich als vegan, setzt die vegane Lebensweise jedoch auch bei Fleisch, Fisch, Milch und Eiern nicht jederzeit konsequent um. Die tierethische Motivation und die subjektive Wichtigkeit der veganen Lebensweise sind in dieser Gruppe am geringsten ausgeprägt. Gerade diese kleine Gruppe macht deutlich, dass vegane Selbstidentifikation und tatsächliches Alltagsverhalten psychologisch nicht immer vollständig deckungsgleich sein müssen.

 

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