Trotz eines unverändert hohen Kostendrucks und der fragilen Wirtschaftslage investiert der Handel weiter in seine Läden. Neue Läden entstehen vor allem bei preisorientierten Nonfood-Filialisten und Drogerie- und Lebensmittelmärkten, oft jedoch als Relocation. Infolgedessen gibt es kaum mehr eine nennenswerte Netto-Expansion. Ansonsten rangiert Bestandsoptimierung vor Neueröffnung, analysiert die EHI-Studie Ladenmonitor 2026.
Investitionen im LEH steigen
Der Lebensmittelhandel investierte 2025 für einen neuen Markt bis 2.500 Quadratmeter Verkaufsfläche (VKF) 961 Euro pro Quadratmeter VKF – eine Steigerung von 13 Prozent im Vergleich zu 2022. Für größere Märkte ab 2.500 Quadratmeter VKF belaufen sich die Ausgaben auf 711 Euro/Quadratmeter VKF. Das entspricht einem Anstieg von 5 Prozent innerhalb von 3 Jahren.
Investitionsschwerpunkt im Lebensmittelhandel bleibt die Kältetechnik, getrieben durch mehr Verbrauchsträger und die forcierte Umrüstung auf energieeffiziente Kälteanlagen als Folge einer nochmaligen Verschärfung der F-Gas-Verordnung. Damit bleibt bei vielen Food-Unternehmen weniger Geld für das Store Design übrig, informiert die Studie des EHI Retail Institute.
„Da ein hochwertiges Ladenbild aber weiter das Ziel ist, plant man jetzt mehr mit preisgünstigeren Materialien, geänderten Qualitäten und der Weiterverwendung von Ladeneinrichtungen, um darüber Einsparungen bei der Einrichtung zu erzielen – ein Vorgehen, das die Investitionsplanungen im Textilhandel schon lange prägt“, erklärt Claudia Horbert vom EHI, Expertin für Store Design und Autorin der Studie.
Die Gesamtinvestitionen des Einzelhandels in Deutschland für den Neu-, Aus- und Umbau seiner Geschäfte belaufen sich nach der Studie 2025 auf 7,02 Milliarden Euro. Im Vergleich zur Studie 2023 entspricht dies einem Rückgang um 2,1 Milliarden Euro oder 23 Prozent.
Die Studie basiert auf 49 umfassenden persönlichen Interviews mit den Verantwortlichen für Ladenplanung und Einrichtung im Einzelhandel aller Branchen. Sie und damit nach Angaben des EHI die umfassendste Benchmarking-Studie zu Kennzahlen und Entwicklungen in Ladenplanung und -einrichtung im deutschsprachigen Raum. Die Befragung wurde branchenübergreifend durchgeführt: 61 Prozent der Unternehmen kommen aus dem Nonfood-, 39 Prozent aus dem Food/Nearfood-Handel.






