Denis Venneri ist besorgt: „Machen Sie bitte noch keine Fotos, ich bringe gerade die Abteilung auf Vordermann!“ Dann füllt er die riesige O&G-Fläche mit Ware nach. Italienische Verbraucher lieben frisches Obst, vor allem einheimische Produkte, und können über das beste Gemüse für ein bestimmtes Gericht stundenlang diskutieren. Hier im Esselunga-Supermarkt im Einkaufszentrum Merlata Bloom, im Nordwesten von Mailand, kommen sie auf ihre Kosten.
Der Markt mit einer Fläche von rund 3.200 Quadratmetern gehört zu den modernsten des Lebensmittelhändlers, der insgesamt 190 eher größere Standorte in ganz Italien betreibt. Wer allerdings riesige Bedientheken für die kulinarisch anspruchsvollen Italiener erwartet, wird enttäuscht: Die Fleischtheke ist relativ klein und hat rund ein Fünftel der Länge der dazugehörenden SB-Theke. Dafür stehen hier Gewürze und Saucen in unmittelbarer Nachbarschaft zum Fleischangebot. Die Fischtheke hat eine ordentliche Länge, doch auch hier setzt man auf viele SB-Meter daneben und davor. Im oberen Teil des Fisch-SB-Regals stehen klugerweise direkt die passenden Weine dazu – der Kunde muss nur zugreifen.
Gläserne Produktion
Manche anderen Esselunga-Märkte haben größere Theken, sagt der stellvertretende Marktleiter Denis Sartore. Die Länge hänge von der lokalen Kundschaft ab. Hier auf dem ehemaligen Expo-Gelände, früher eine eher ärmere Gegend, schossen in den letzten Jahren moderne Hochhäuser mit Büros und gut situierten Kunden aus dem Boden, die den schnellen Einkauf bevorzugen. Und die Kundschaft wird größer: Im Umland sind noch einige Baustellen zu sehen.
Während sich die Theken im hinteren Bereich befinden, steht ein Highlight des Marktes gleich am Eingang: Die gläserne Produktion erlaubt Kunden einen Einblick in die Zubereitung von Pasta oder das Backen von Brot – es werden 18 Sorten angeboten, erzählt Sartore stolz, für Italien eine durchaus beträchtliche Vielfalt.
Eine Extra-Abteilung für Wasser
schrank. Daneben gibt es ein vertikales Angebot an Tiefkühlware. Eine extra Wasser-Abteilung gibt es hier auch, abgetrennt vom Getränkebereich: Jeder Italiener hat seine Lieblingsmarke und einen bevorzugten Geschmack, von feinperlig über leicht salzig bis natürlich sprudelnd. Findet der Kunde seine bevorzugte Wassermarke nicht, kommt er womöglich nicht wieder, sagt Vize-Marktleiter Sartore.
Der Gastronomie-Bereich rundet das Angebot ab, bevor es zur Kasse geht. Unter diesem Begriff werden das Käse- und Wurstangebot sowie Convenience to go zusammengefasst. Hier hängt der Himmel voller Schinken, die Käse- und Wursttheke ist so lang wie Fleisch- und Fischtheke zusammen. Dazu gibt es Antipasti, aber auch frisch zubereitete fertige Gerichte – und hier schlägt offenbar das Herz des Marktes, auf das Sartore besonders stolz ist.
Der Supermarkt im Mailänder Stadtteil Cascina Merlata ist der erste überhaupt von Esselunga in einem Einkaufszentrum. Eine Besonderheit in Italien: Hier dürfen die Geschäfte landesweit auch sonntags öffnen. Nicht zufällig ist der letzte Wochentag für den Esselunga-Markt auch der umsatzstärkste, da viele Familien im Shopping-Center flanieren, einkaufen oder ins Kino gehen. Und die Gelegenheit nutzen, entspannt den Wocheneinkauf bei Esselunga zu erledigen.
Fakten Esselunga
Märkte: rund 190 Standorte in Italien
Jahresumstatz: 9,5 Mrd. Euro
Mitarbeitende: 28.000
Kundenkarteninhaber: 5,6 Millionen
Sitze des Unternehmens: Mailand






