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Store-Check Edeka Minden-Hannover, Bremen: Der neue Schöne an der Weser

Die Edeka Minden-Hannover hat sich durch die Kaufmannsfamilie Maaß den prestigeträchtigen Standort im ehemaligen Lestra-Kaufhaus in Bremen gesichert. Der Markt ist eine Augenweide – nun mit tieferem Sortiment.

Sonntag, 1. März 2026

Fotos: Edeka Maaß; RUNDSCHAU/ Kausch

Von Martina Kausch

Das Fazit vorneweg: Diese Schuhe passen. Der neue Edeka-Maaß-Markt in der Horner Heerstraße ist ein Schmuckstück, das eine tolle Optik und ein unglaubliches Sortiment bietet. Es befriedigt hochexklusive Ansprüche ebenso wie die des Durchschnittskunden, der einfach gerne in einem schönen Markt bummelt. Drei Monate nach Eröffnung kann man also grundsätzlich sagen: Das meiste wurde richtig gemacht.
Dabei hat der Standort in Bremen-Horn durch die Geschichte sehr besondere Ansprüche. Wo traf man sich in Bremen-Horn? Gegenüber vom Lestra. Das Kaufhaus, in dem Eigentümer Cornelius Strangemann seit 1970 eine legendäre Lebensmittelabteilung etabliert hatte, steht an einem geschichtsträchtigen Platz, an dem erst Pferdebahnen, dann Straßenbahnen endeten. Als die Bremer Straßenbahn Aktiengesellschaft die Wagenhallen und Werkstätten für Busse und Bahnen abriss, wurde auf der 10.000-Quadratmeter-Fläche 1970 ein Supermarktgebäude mit Parkplatz und Parkhaus errichtet. Und dank der Architektur mit der auffallenden Turmkonstruktion war das Lestra-Logo weithin sichtbar.

Wir stehen an diesem Standort für ein tolles Einkaufserlebnis für jedermann.

Thorben Maaß – Edeka Maaß

Investition: über zehn Millionen Euro

Also bot es weit über Bremen hinaus unter Kaufleuten Gesprächsstoff, als sich Strangemann entschloss, für das Kaufhaus bzw. den Markt einen neuen Betreiber zu suchen. Jetzt prangt das blaue E auf gelbem Grund an dem Turmzylinder über den Dächern: Die Edeka Minden-Hannover sicherte sich nach eigenen Angaben den Standort durch einen langfristigen Mietvertrag. Nach mehrmonatigem Umbau und Investitionen im zweistelligen Millionenbereich wurde „Ex-Lestra“ als dritter Markt ins Unternehmen der Edeka-Kaufmannsfamilie Maaß ins Unternehmen eingefügt. Eröffnet wurde Mitte November 2025. Man startete gleich ins Vorweihnachtsgeschäft mit dementsprechendem Stress. Alles, was zwei Beine hatte, wurde gebraucht, um die Ware heranzuschaffen, berichtet Thorben Maaß. Er führt diesen Standort, Geschäftsführer ist Vater Jürgen Maaß.

Die ersten Schritte sind geschafft

Im März 2026 wirkt der Markt bereits gut in Funktion. Zugegeben, der äußere Eindruck ist durch das Gebäude aus den Siebzigern und den Parkplatz, der bis unmittelbar an das Gebäude heranreicht, immer noch nicht richtig verlockend, repräsentativ sieht anders aus. Hinter dem Gebäudeeingang steht man in einem Flur mit anderen Shops, denn aus dem Kaufhaus ist ein Einkaufszentrum geworden. Aber hinter der Edeka-Schwingtür eröffnet sich ein Markt, der den ersten Eindruck des Gebäudes sofort vergessen macht. Der Kundenlauf beginnt mit der umfangreich sortierten Obst-und Gemüseabteilung einschließlich Salatbar. Das Farbkonzept mit Wandgestaltung in dunklem Taubenblau und goldfarbener Schrift auf Glastafeln strahlt hier edle hanseatische Wertigkeit aus. Im weiteren Verlauf der Sortimentsbereiche bildet Anthrazit kombiniert mit hellem Holzlook die prägende Optik.
Die Geschichte prägte das Sortiment des Marktes im Lestra – und damit müssen die heutigen Betreiber umgehen. Eigentümer Strangemann entwickelte – ohne die Bindung an ein großes Handelsunternehmen – einen Gourmettempel. Über 700 Käse- und 250 Wurstsorten waren dem Vernehmen nach im Angebot, darunter allein 30 verschiedene Salamis. Mancher Käse wurde eigens in der Schweiz oder Frankreich produziert, der Fisch täglich frisch aus Bremerhaven angeliefert. Jetzt setzt Familie Maaß auf das Edeka-Konzept der „Fischwerker“, aber das Angebot beispielsweise an Feinkostsalaten und Antipasti ist riesig und reicht bis zum Algen-Tomaten-Tatar. Neben dem normalen Wakame-Salat aus der Kühlung gibt es einen mit Nusssauce – und in der Fischtheke eine lose Variante. Groß und deutlich ist auf den Auszeichnungsschildern der Hersteller vermerkt, was bei dem vielfältigen Angebot Sinn ergibt und intern die Logistik erleichtert. Ein Räucherofen für Fisch steht ebenfalls bereit.
Wer Ware aus der Exklusiv-Klasse anbieten möchte, muss dies insbesondere beim Frischfleisch spielen. Fleischproduzent Albers wirbt mit „Worldʼs Best Steak“ – dessen verschiedene Rinderstücke aus den USA liegen in der Maaß-Theke, darunter Rinder-Entrecote, -Filet und Rinder-Schild, ein aromatisches Schulterstück. Ein Dry-Ager ist hier selbstverständlich, wenngleich beim Ortstermin darin noch edle Schinken präsentiert wurden. Organisiert wird die Theke durch Wartenummern.

Lestra hatte einen großen Spezialitätenschwerpunkt. Unsere Aufgabe ist es, das Beste von beidem miteinander zu vereinen.

Thorben Maaß – Edeka Maaß

Zwischen Light und Luxus

Insgesamt umfasst das Sortiment auf den 2.500 Quadratmetern Verkaufsfläche 34.000 Artikel einschließlich dem Gut&Günstig-Sortiment. Zu den Produkten von über 45 regionalen Lieferanten gehören unter anderem der Wein vom Bremer Ratskeller, Süßwaren von Manke & Coldewey aus Bremen, Milchprodukte von der Hofmolkerei Dehlwes aus Lilienthal, Speiseöle von der Wesermühle aus Thedinghausen … Trotzdem: Die letzten Flaschen der Scharzhofberger Riesling-Spätlese aus dem Haus Egon Müller von 2011 bekommt man für 499 Euro. Im Netz und bei Weinauktionen ist sie ausverkauft, bei Maaß liegt sie im verschlossenen Weinschrank. Auch der neue Markt ist also eine Spezialitätenadresse.

Marktdaten

Adresse: Horner Heerstraße 29-31, 28359 Bremen
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 7 bis 21 Uhr
Neueröffnung: 13. November 2025
Verkaufsfläche: 2.500 m²
Zahl der Mitarbeitenden: 91
Zahl der Produkte: 35.000
Zahl der Bio-Produkte: 4.200
Parkplätze: 140, E-Ladestationen in Planung
Durchschnittsbon: ca. 32 Euro
Frischeanteil am Umsatz: ca. 50 % (inklusive Mopro)
Besonderheiten: Naturkind-Welt, Bistro und Café mit täglich wechselndem Mittagstisch, Scan & Go-Technik.

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