Wow, was für ein Eingang! Die Überraschung ist an vielen Gesichtern abzulesen, wenn man Kundenreaktionen im Foyer des Westside-Shoppingcenters beobachtet. Viele bleiben erst einmal stehen, orientieren sich – und biegen ins Café ab. Das imposante Blumenangebot tut das Übrige für einen schönen Empfang – und schon erkennt man ein wichtiges Anliegen von Michael Miller:
„Wir liegen zentral im Industriegebiet, und es gibt hier ein sehr geringes gastronomisches Angebot“, erklärt der Edeka-Kaufmann. Und: „Wir möchten im Gastrobereich mehr Kompetenz aufbauen.“ – Michael Miller – E-Center Miller
Dazu hat er eine passgenau auf den Ort abgestimmte Strategie entwickelt. Noch bevor man den eigentlichen Marktbereich betritt, bietet die gegenüber den Schwenktüren platzierte Marktküche 60 Sitzplätze innen und im Sommer 30 Plätze außen, eine große heiße Theke, tatsächlich eine SB-Quelle für Cheeseburger, und einen Kaffeeautomaten in Selbstbedienung. Der Bistrobereich ist in dunkel-gediegenem Look mit gepflegtem Holzboden, Holztischen und zwischendurch auch Stoffsesseln einladend gestaltet. Die Theke ist um die Ecke gebaut, sodass man je nach Zeit und Bedürfnis schnell etwas mitnehmen oder zum Verzehr im Café ordern kann.
Zu Millers Gastrokonzept gehört Heimisches in neuem Gewand: Statt der üblichen Asia-Becher gibt es in Aalen am Rand der Schwäbischen Alb Schwäbische Becher mit Maultaschen und geschmälzten Zwiebeln – ein Riesenerfolg, berichtet Miller. Aktuell außerdem im Angebot: täglich wechselnder Mittagstisch mit immer auch einem vegetarischen Essen, zum Preis von knapp sechs bis sieben Euro. Die Nachfrage sei riesig, sagt Miller, und tatsächlich: Der Ansturm an einem ganz normalen Wochentag bestätigt das Konzept. Hier ist sofort ein Treffpunkt für das Westside, aber auch für die Umgebung entstanden. Vom Frühstück bis zur Abendvesper muss das Team nun für ein breites Angebot sorgen und den fast üblichen Anfangsschwierigkeiten wie einem defekten Nudelkocher trotzen.
Monatelange Verzögerung
Schwierigkeiten meistern – das lernte der Kaufmann mit fünf weiteren Märkten und 27 Jahren Erfahrung als Selbstständiger an diesem Standort in besonderem Ausmaß. Die Fläche wurde einst von Kaufland genutzt, und als der Wettbewerber wegen Neubau auszog, plante die Edeka Südwest mit Miller, den komplett umgebauten Markt vor Weihnachten 2025 zu eröffnen. Tatsächlich gingen die Schwingtüren erst kurz vor Ostern 2026 auf – dann aber richtig: „Es war wirklich stressig, die Kunden haben uns fast überrannt,“ berichtet Miller. Zumal der Markt im Westside das erste E-Center des Edekaners ist, seine anderen Märkte haben Flächen bis zu 1.800 Quadratmeter.
Rund fünf Millionen Euro investierte der Eigentümer des Westside-Shoppingcenters Berichten zufolge gemeinsam mit der Edeka Südwest in die umfangreichen Modernisierungsarbeiten, die eben dann doch deutlich länger als geplant dauerten. Modernste LED-Lichttechnik, eine CO2-Kälteanlage sowie Molkereiregale mit Glastüren sind das Ergebnis.
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