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Rewe-Chef Souque: KI soll Mitarbeitern bessere Entscheidungen ermöglichen

Rewe-Chef Lionel Souque sieht großes Potenzial in künstlicher Intelligenz. Auf der MLF-Tagung sprach er über die Chancen  für die Gruppe, aber auch über den Wert der menschlichen Mitarbeiter und Kaufleute.

Montag, 21. September 2026

Foto: RUNDSCHAU/Crescenti

Von Marcelo Crescrenti

Künstliche Intelligenz kann im Lebensmitteleinzelhandel entlang der gesamten Wertschöpfungskette zum Einsatz kommen – vom Einkauf über die Logistik bis in die Märkte. Für Lionel Souque, Vorstandsvorsitzender der Rewe Group, steht dabei nicht allein der E-Commerce im Mittelpunkt. Entscheidend sei, wie Technologie die Arbeit der Mitarbeiter und das Einkaufserlebnis der Kunden verbessern könne.

Konkrete Anwendungsmöglichkeiten sieht Souque bei der Optimierung von Verkaufsflächen und Sortimenten. Mithilfe umfangreicher Daten lassen sich Empfehlungen für die Verteilung der Regalflächen entwickeln. Dabei werden unter anderem die Wettbewerbssituation, die lokale Kundschaft und weitere Standortkriterien berücksichtigt. „Am Ende entscheidet sowieso der Kaufmann“, sagt Souque. Die KI liefere jedoch eine fundierte Grundlage für die Entscheidung.

Auch bei der Sortimentsgestaltung kommt die Technologie zum Einsatz. So können Programme Vorschläge machen, welche Artikel bei einer Sortimentsanpassung entfernt oder aufgenommen werden sollten. Erste Tests im Bereich Tiefkühlkost hätten laut Souque gezeigt, dass sich durch standortspezifische Anpassungen Umsatzsteigerungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich erzielen lassen.

Ein weiteres Feld ist die Personalisierung von Angeboten. Über Apps und Loyalty-Programme sollen Kunden gezielter mit für sie relevanten Produkten und Aktionen angesprochen werden. Statt allen Kunden dieselbe Werbung zu zeigen, könnten individuelle Interessen und Bedürfnisse stärker berücksichtigt werden.

Neben der Optimierung bestehender Märkte erprobt REWE neue Vertriebskonzepte und Formate. Technologie soll dabei helfen, unterschiedliche Lösungen für die Nahversorgung zu entwickeln und die Abläufe in den Märkten zu vereinfachen. Auch der Omnichannel-Ansatz, die Verbindung stationärer und digitaler Angebote, spielt eine wichtige Rolle.

Technologie allein reicht nicht

Trotz der Chancen durch KI warnt Souque vor einer rein technologischen Betrachtung. Entscheidend seien die Mitarbeiter, die neue Systeme implementieren und im Alltag nutzen. „Die Menschen sind am Ende das Wichtigste“, betont er.

Dazu gehörten gute Führung, Entwicklungsperspektiven und eine offene Fehlerkultur. Mitarbeiter müssten Probleme ansprechen können, ohne unmittelbare negative Konsequenzen befürchten zu müssen. Auch die Zusammenarbeit zwischen Vertrieb, Logistik und den Regionen sei entscheidend.

Für Souque ist KI damit vor allem ein Werkzeug: Sie soll Menschen unterstützen, Entscheidungen verbessern und Prozesse effizienter gestalten. Der Erfolg der digitalen Transformation hänge letztlich davon ab, wie gut Technologie und Unternehmenskultur zusammenspielten.

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