Die Unternehmensführung der EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG (EWN), eine Tochter der Zur Mühlen Gruppe, hat nach intensiven Gesprächen und Verhandlungen mit dem Betriebsrat die Schließung ihres Produktionsstandortes in Britz beschlossen. Nach sorgfältiger Abwägung aller Optionen sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass es keine wirtschaftlich tragfähige Alternative gebe. Die Belegschaft wurde am gestrigen Dienstag im Rahmen einer Informationsveranstaltung darüber informiert.
Die Unternehmensführung bedauert diese Entwicklung ausdrücklich: “Uns ist diese Entscheidung sehr schwergefallen. Wir haben bis zuletzt alle Möglichkeiten geprüft, um den Standort Britz und die Arbeitsplätze zu erhalten. Leider mussten wir feststellen, dass es unter den gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen keine realistische Perspektive gibt. Die Gespräche mit dem Betriebsrat waren schwierig, aber immer von Respekt und Fairness geprägt. Wir haben eine gangbare Lösung für alle Beteiligten gesucht und wollen den rund 500 betroffenen Kolleginnen und Kollegen nun möglichst gute und wirkungsvolle Unterstützung bieten.”
Die Produktion am Standort Britz soll nach aktueller Planung Schritt für Schritt bis zum 28. Februar 2026 eingestellt werden.
Eine umfassende Analyse der aktuellen Situation und der Zukunftsaussichten hatte gezeigt, dass die Schließung des Produktionsstandorts unausweichlich ist. Der Fleisch- und Wurstmarkt hat seit Jahren große Schwierigkeiten. Die Absatzmengen stagnieren oder gehen zurück. Zudem stehen die Preise dauerhaft unter Druck. Immer mehr internationale Anbieter mit niedrigeren Kosten drängen auf den deutschen Markt. Auch die Kosten für Löhne, Energie, Logistik und Betriebsstoffe steigen ständig. Diese Faktoren haben die wirtschaftlichen Bedingungen für den Standort Britz in den letzten Jahren immer weiter verschärft, so das Unternehmen.
In den letzten Jahren wurde in den Produktionsstandort investiert, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Die Unternehmensführung hatte zudem an vielen verschiedenen Stellen versucht, das Geschäft nachhaltig auszubauen. Neue Produktsegmente und Geschäftsbereiche ließen sich aber nicht in ausreichendem Maße erschließen. Gleichzeitig wären in Britz nun weitere Investitionen in Kälteanlagen und andere Modernisierungen notwendig gewesen. Diese Kosten erhöhten sich auch aufgrund allgemeiner Preissteigerungen und zusätzlicher Auflagen auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Diese Investitionen würden die Produktivität am Standort jedoch nicht wesentlich steigern und ließen sich aufgrund der Marktbedingungen mittel- und langfristig auch nicht refinanzieren. Deshalb wären diese hohen Investitionen wirtschaftlich nicht zu verantworten.
Trotz der Schließung werden Kunden auch zukünftig auf Produkte der Marke Eberswalder, die hauptsächlich in Britz hergestellt werden, nicht verzichten müssen. Die Produkte sollen, wie teilweise heute schon an anderen Standorten, vorrangig in ostdeutschen Betrieben und mit den bewährten Rezepturen und Qualitäten produziert werden, heißt es.






