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Edeka-Zukunftsmarkt: Wo Neues funktioniert

Es ist das Renommierprojekt der Edeka Minden-Hannover: Mitte 2024 wurde in Nauen bei Berlin der Edeka-Zukunftsmarkt eröffnet. Anderthalb Jahre später fragt die RUNDSCHAU bei Kaufmann Christian Dorfmann nun: Wie läuft’s im Markt? Ein Update zu fünf Themen.

Donnerstag, 22. Januar 2026

Fotos: Thomas Meinicke Photography

Das Ziel war klar: „Hier können wir nachhaltige Standards erproben, die wir an anderen Standorten nutzen können“, erklärte Niklas Daser, Geschäftsführer Expansion bei der Edeka Minden-Hannover, bei der Eröffnung des Edeka-Zukunftsmarkts in Nauen 2024. Der Standort von Kaufmann Christian Dorfmann hat viele Besonderheiten. Zeit für ein Update.

1. Das Gastro-Konzept

Im Erdgeschoss „Dorfmanns Treffpunkt“, im ersten Stock die „Überschaubar“-Bar mit Gastro- und Eventbereich – Christian Dorfmann hat die Gastronomie mit insgesamt
150 Sitzplätzen drinnen und draußen als Ort des Zusammenkommens im neu entstehenden Wohngebiet auf der „grünen Wiese“ geplant. „Wir haben sehr gute Umsatzanteile durch die Gastronomie“, berichtet er 15 Monate nach der Eröffnung. Sowohl mittags als auch abends sei die Nachfrage nach Salaten, Burger-Gerichten und traditionellen regionalen Speisen im Erdgeschoss des Markts neben der heißen Theke riesig. Angebote wie „Burger und Bier“ für zehn Euro liefen gut. Besonders erfolgreich sei das gemeinsame Fußballschauen, wenn Berliner Mannschaften spielen oder internationale Wettbewerbe übertragen werden. Das Programm außerdem: Monatlich gibt es Live-Musik- und Party-Events, aber auch Skat-, Dart- und andere Themenabende.

 

2. Die Kassensituation

Zehn Kassen, davon sechs Self-Scanning-Kassen, drei klassische Kassen und eine
Easy-Shopper-Kasse machen dem Kunden das Zahlen leicht – doch mancher Shopper glaubt, ohne Kassenbon den Markt verlassen zu dürfen. Hier steuert Christian Dorfmann nun gegen. Kameratechnik und ein Ausgangs-Gate werden eingebaut. Dann braucht man einen Kassenbon, damit sich das Gate öffnet. Mit seinem Konzept gewann Dorfmann 2025 den Award „Beste Kassenzone“ der RUNDSCHAU.

 

3. Die Frischetheke

Fisch mit einer 3,75-Meter-Theke sowie die Käse- und die Fleisch- und Wursttheke mit fünf Metern Länge gehören zum Kernbereich des Markts in Nauen. Darauf angesprochen, gerät Christian Dorfmann regelrecht ins Schwärmen. Bis zu zwölf Mitarbeiter setze er an der Theke ein – und alle seien voll ausgebildete Kräfte. Vor allem durch die Produkte aus Eigenherstellung bei Fleisch- und Wurtswaren könne er viele Kunden überzeugen. Der Umsatz sei in diesem Sortiment drei- bis viermal stärker als der Umsatz im Gesamtmarkt. Deutlich positiv wirkten sich an der Fleischtheke auch die langen Öffnungszeiten aus: Der Markt hat von 7 bis 21 Uhr geöffnet, gerade zum Abendessen holen sich viele Kunden noch das eine oder andere Schmankerl – auch, weil die Produkte, die nach regionalen Rezepten hergestellt werden, ausschließlich bei Edeka Dorfmann erhältlich sind.

4. Die Technik im Markt

Im als Zukunftsmarkt entwickelten Standort nutzt und testet die Edeka Minden-Hannover Materialien und Techniken mit Blick auf die Eignung für andere neue Märkte. Umweltfreundliche Baustoffe wie Holz, natürliche Dämmstoffe und CO2-armer Beton wurden verwendet, Solar-Carports auf dem Parkplatz und eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach mit Batteriespeicher gebaut. Regenwasser wird unter anderem für die sanitären Anlagen eingesetzt, eine intelligente Gebäudeautomation regelt Heizung, Lüftung, Klima, Beleuchtung und Verschattung.
Moderne Technologien prägen die Kältetechnik im Bereich Anlagenbau mit Waterloop-Systemen in Verbindung mit Kühlmöbeln und flexiblen Thekenanlagen. Christian Dorfmann ist mit der Leistungsfähigkeit und dem Service der Markttechnik hochzufrieden – es habe keine größeren Probleme gegeben und bei kleineren Fragen funktioniere der Kundendienst schnell und zuverlässig.

5. Der Hofladen

Mit dem Shop-im-Shop-Konzept „Hofladen“ stärkt Christian Dorfmann die regionalen Produzenten, rund 35 regionale Erzeuger bieten hier ihre Produkte an. Der Umsatz ist gut, es gibt aber laut Dorfmann noch Luft nach oben. Er will sich für etwas mehr Dynamik einsetzen. Zwar seien einige Produzenten aus der Nähe mit Verkostungen vor Ort präsent, wer aber im weiteren Umkreis ansässig ist, vertraue machmal eher auf die Präsenz im Regal als auf persönliches Überzeugen.

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