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Bio wächst stärker als der Gesamtmarkt

Der Bio-Markt wächst weiter: Laut des Branchenverbands BÖLW stieg der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln im ersten Halbjahr 2026 um 4,9 Prozent und damit deutlich stärker als der Gesamtmarkt.

Montag, 3. August 2026

Von Sibylle Menzel

Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken ist im ersten Halbjahr 2026 weiter gestiegen. Nach Angaben des Branchenverbands Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) legte der Bio-Markt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,9 Prozent zu und entwickelte sich damit deutlich besser als der gesamte Lebensmittelmarkt.

Entwicklung über Gesamtmarkt

Im zweiten Quartal wurde laut BÖLW ein Umsatz von 4,75 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem Plus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Zusammen mit der Entwicklung zu Jahresbeginn ergibt sich für das erste Halbjahr ein Umsatzwachstum von 4,9 Prozent. Zum Vergleich: Der gesamte Lebensmittelmarkt wuchs im gleichen Zeitraum in Höhe der Inflationsrate um 1,4 Prozent, notiert der Branchenverband.

Drogeriemärkte legen am stärksten zu

Den größten Zuwachs verzeichneten erneut die Drogeriemärkte. Ihr Bio-Umsatz stieg im zweiten Quartal um 19,7 Prozent. Laut BÖLW profitieren Anbieter wie dm und Rossmann von einem deutlich erweiterten Sortiment, unter anderem bei Snacks, veganen und proteinhaltigen Produkten, Babynahrung sowie Tee.

Den größten Absatzkanal für Bio-Produkte bilden weiterhin die Vollsortimenter mit einem Marktanteil von 31,5 Prozent. Es folgen Discounter (26,9%), der Bio-Fachhandel (17,3%) und Drogeriemärkte (12,5%).

Vollsortimenter gewinnen an Dynamik

Während der Bio-Umsatz bei den Vollsortimentern im zweiten Quartal um 5 Prozent zulegte, kamen die Discounter auf ein Plus von 2,5 Prozent. Nach Einschätzung der Marktanalysten zahlt sich für Handelsunternehmen wie Edeka und Rewe der Ausbau preisgünstiger Eigenmarken aus.

Der Fachhandel behauptet sich laut BÖLW weiterhin in einem anspruchsvollen Marktumfeld, verzeichnete auf bestehenden Flächen jedoch erstmals seit der Corona-Pandemie leichte Umsatzrückgänge.

BÖLW kritisiert politische Rahmenbedingungen

BÖLW-Vorstandsvorsitzende Tina Andres sieht den anhaltenden Umsatzanstieg als Beleg für die hohe Nachfrage nach Bio-Produkten. „Bio-Lebensmittel stehen auch in Krisenzeiten ganz oben auf der Einkaufsliste der Deutschen: Da gehören sie auch hin“, so Andres. Zugleich bemängelt sie die unzureichende politische Unterstützung für den Ökolandbau: „Immer mehr Pestizide sollen immer leichter eingesetzt werden; der Einsatz von ölbasiertem Kunstdünger wird sogar bezuschusst, statt die nötige Abkehr von der Fossilwirtschaft voranzutreiben“, kritisiert Andres. „Der Hitzesommer in Europa lässt Menschen verzweifeln und Ernten verbrennen, während die Politik auf ,weiter so‘ setzt und die Umstellung auf Bio ausbremst.“

Der Bio-Verband BÖLW erhebt 2026 erstmals in Zusammenarbeit mit der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft Quartalszahlen für den Bio-Markt, basierend auf Daten der Marktforschungsinstitute NIQ Nielsen und YouGov sowie für den Fachhandel bioVista und BioBerater SDServices.

 

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