Ziehen wir Bilanz: Welchen Einfluss hatte die Fußball-WM auf Ihr Unternehmen und die Branche?
Wir waren von Anfang an vorsichtig optimistisch, aber die Erwartungen wurden auf ganzer Linie enttäuscht. Die Fußball-WM hat in Deutschland zu keiner Zeit gezündet, sodass die Absatzimpulse ausgeblieben sind. Vom „Sommermärchen-Effekt“ war nichts zu spüren, die WM hat sich auf breiter Linie als Flop erwiesen.
Welche Produkte und Sorten werden derzeit stark, welche weniger stark nachgefragt?
Das Kaufverhalten im LEH spiegelt die allgemeine Konsumzurückhaltung und den anhaltenden Strukturwandel im Biermarkt wider. Als unangefochtene Nummer eins im deutschen Markt bleibt das Pils das Rückgrat unseres Absatzes. Es spürt jedoch die Marktberuhigung und verliert leicht an Volumen. Der Boom bei den milden, süffigen Hellen hält ungebrochen an, wenngleich der Mengenzugewinn gebremst ist. Allein alkoholfreie Biere und die Sorte Lager können Zuwächse verzeichnen.
Wie entwickeln sich die Kategorien Alkoholfrei, Fassbrause und Remix?
Innerhalb der alkoholfreien und trendorientierten Segmente sehen wir eine klare Aufwärtsbewegung: Alkoholfrei wächst auf erfreulichem Niveau mit großer Kontinuität – es ist eine stabile Wachstumssäule im Sortenspektrum der deutschen Brauwirtschaft. Angetrieben wird der Mengenzugewinn von einem gesteigerten Gesundheitsbewusstsein und dem Wunsch nach alkoholfreien Alternativen für den Alltag. Bevorzugte Sortenfavoriten sind alkoholfreies Pils, Helles und Weißbier. Auch bei den Fassbrausen sowie den Cola-Limo-Mixen ist noch Wachstumspotenzial zu erwarten.
Wie können Händler am PoS noch mehr Aufmerksamkeit für das Thema Bier schaffen?
Der Handel kann Themen und saisonale Anlässe perfekt in Zusatzabsätze ummünzen. Wer das Bier am Point of Sale emotionaler und strukturierter inszeniert, um Impulskäufe zu triggern, zählt am Ende der Verkaufswoche zu den Gewinnern. Händler können außerdem den Fokus hin zu Erlebnisplatzierungen lenken. Sinnvoll sind Themenaufbauten, die Bier mit passenden Food-Kombinationen verknüpfen. Aber auch Sortimentsklarheit durch Blockplatzierungen hilft, den Verbraucherblick aufs Biersortiment zu lenken.
Wie lautet Ihre Prognose für den Bierkonsum im Gesamtjahr 2026?
Der Blick auf die Zahlen des ersten Halbjahres mit einem deutlichen Absatzminus zwingt uns zu einem realistischen und gedämpften Ausblick für das restliche Jahr. Der deutsche Biermarkt wird das Gesamtjahr 2026 voraussichtlich mit einem Absatzrückgang abschließen. Der statistisch schwache Start ins Jahr und die verpufften Effekte der Fußball-WM lassen sich durch das zweite Halbjahr kaum noch vollumfänglich kompensieren.






