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Noch viele Äpfel in den Lagern – Clubsorten gewinnen

Mehr Äpfel als in den vergangenen Jahren liegen in den Lagern der deutschen Produzenten. "Ungleichgewichte gab es immer, doch was 2025/26 passiert, sprengt alle Dimensionen", beschreibt die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) die Situation im Mai 2026.

Montag, 18. Mai 2026

Apfelangebot im Alnatura-Markt in Karlsruhe. Foto: RUNDSCHAU/ Kausch

Von Martina Kausch

Deutlich mehr Apfelvorräte  als in den vergangenen Jahren liegen laut AMI in den Lagern deutscher Erzeuger. Noch rund 166.000 Tonnen waren es am Stichtag 1. Mai 2026. Sie erfordern deutlich mehr Absatz als in den vergangenen Jahren, um geräumt zu werden,  bevor die neue Ernte kommt.

Lagerdruck bleibt hoch

Anfang Mai lagern bei den deutschen Erzeugerorganisationen noch rund 166.460 Tonnen Äpfel – deutlich mehr als in den Vorjahren, mit weiter wachsendem Abstand. Zusätzliche Mengen lassen sich im Frischmarkt kaum noch unterbringen. Umso wichtiger ist es, den Markt gezielt zu bereinigen: Schwächere Qualitäten, Randsortierungen und Nischensorten müssen konsequenter ausgesiebt werden. Qualitativ überzeugende Ware steht für den Frischmarkt ausreichend zur Verfügung, schreibt die AMI in ihren “Markttrends”.

Ernte 2026 in Deutschland wohl normal

Zwar wird in Polen infolge von Frost und Trockenheit mit deutlichen Ernteausfällen gerechnet, doch für Deutschland zeichnet sich aktuell eine Normalernte ab. Umso wichtiger bleibt es, die Ernte 2025 vor Beginn der neuen Saison möglichst vollständig zu vermarkten. Eine stärkere Überschneidung würde den Saisonstart deutlich erschweren und dürfte sich laut AMI auch preislich negativ auswirken.

Clubsorten gewinnen

Während in der Saison 2022/23 ab Januar monatlich teilweise mehr als 60.000 Tonnen vermarktet werden konnten, liegt der Absatz aktuell nur bei rund 50.000 Tonnen. Die Gründe sind bekannt: Die Nachfrage verschiebt sich zunehmend hin zu Foodtainern statt klassischer 2 Kilogramm-Gebinde. Gleichzeitig gewinnen Clubsorten weiter an Bedeutung, während Standardsorten Marktanteile verlieren. Hinzu komme wachsender Wettbewerbsdruck durch alternative Früchte – insbesondere Heidelbeeren sowie exotische Produkte wie Avocados, die beim Verbraucher zunehmend gefragt sind, so die AMI.

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