Generic filters
Exact matches only

Dry January und Veganuary: So verkaufen die Besten

Viele Kunden beginnen das Jahr mit guten Vorsätzen. Sie nehmen sich etwa vor, mehr Sport zu treiben, stärker auf alkoholische Getränke zu verzichten oder weniger Fleisch zu sich zu nehmen. Da kommen die Kampagnen „Dry January“ und „Veganuary“ genau passend. Für den LEH lohnt es sich, die Themen im Markt aufzugreifen.

Mittwoch, 26. November 2025

Von Silke Detlefsen | Fotos: Adobe Stock/PycAssaut

Nach der Weihnachtsschlemmerei und dem Neujahrskater setzen viele Shopper mittlerweile auf den „Dry January“, den trockenen Januar: ein Motto, das in Großbritannien 2014 usprünglich als Gesundheitskampagne initiert wurde. Heute geht es nicht immer darum, 31 Tage völlig abstinent auf Alkohol zu verzichten. Der erste Monat des Jahres wird gerne dafür genutzt, den entsprechenden Konsum zumindest zu reduzieren, und stattdessen auf auf Low-Alcohol-Angebote umzusteigen oder Alternativen zu entdecken, die einen – dann vielleicht sogar das ganze Jahr über – gelegentlich ohne Alkohol stil- und geschmackvoll genießen lassen. Das bietet dem Handel zweifellos jede Menge Potenzial, die Ware in den Fokus zu rücken und mit Tipps zu punkten.

Sehen und schmecken, was es gibt

„Die alkoholfreien Varianten der verschiedenen Weine, Sekte und Spirituosen  sind schon seit zwei Jahren ein großes Thema bei mir“, sagt Edeka-Kaufmann Andreas Behrens, der in Karlsruhe und Umgebung fünf Märkte führt. Er hat sein entsprechendes Sortiment gezielt erweitert und bietet nun etwa eine facettenreiche Auswahl an alkoholfreien Weinen an. Das Thema spielt er zwar permanent am Regal: „Aber wir werden es im Januar und Februar in Sonderaufbauten explizit aufgreifen und umfangreich darstellen. Damit der Kunde einfach auch sehen kann, wie groß unser Sortiment ist.“
In Behrens größtem Markt gibt es auf der Fläche immer einen Bereich, der thematisch oder saisonal bestückt und gestaltet wird. Im Januar wird er dort die Themen alkoholfreie Alternativen, Bioware und Gesundheit in den Mittelpunkt rücken. „Das ist dann unser großes Motto!“ Das umfasst auch die vegane Ernährung, die durch die „Veganuary“-Kampagne verstärkt ins Verbraucherbewusstein gebracht wird. Laut Veganuary hat der Motto-Monat 2025 mehr als 25 Millionen Menschen weltweit dazu inspiriert, eine „mitfühlendere“, fleischlose Ernährungsweise auszuprobieren. Aktive Kampagnen wurden in 20 Ländern rund um den Globus umgesetzt.

Spürbare Veränderungen

Laut Statistischem Bundesamt sanken die Fleischverkäufe im Januar 2024 um 12,5 Prozent, im Januar 2023 um 14,3 Prozent im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresdurchschnitt. Mehr als 1.480 neue vegane Produkte und Gerichte kamen 2025 gemäß des Kampagnen-Abschlussberichts weltweit zum Veganuary auf den Markt; in Deutschland waren es mehr als 740. Alle großen deutschen Handelsketten erweiterten ihr pflanzliches Sortiment und warben im Januar mit darauf abgestimmten Angeboten. Und auch in der Gastronomie hat man vielfältig darauf reagiert. Die Deutsche Bahn beispielsweise lockte in ihren Bordrestaurants zum Jahresbeginn u.a. mit Bageln mit Bacon aus Steckrüben. Ikea vergrößerte das vegane Angebot in seinen Schwedenrestaurants/-bistros etwa um Plant-Nuggets und offerierte im Januar mit „Viskfilét“ ein pflanzliches Lachsfilet mit Couscous. Ferrero brachte mit Nutella Plant-Based und einer Limited Edition von Hanuta zwei pflanzliche Alternativen ikonischer Produkte auf den Markt.

Wir gehen davon aus, dass der trend zu gesünderer Ernährung weiter zunimmt. Stichwort: Longevity.

Frank Ebrecht – Geschäftsführer, Edeka Niemerszein

Behrens setzt im veganen und vegetarischen Bereich, in dem sich das Sortiment permament vergrößert, gerne auf „Aufklärung durch Probieren“, wie er es nennt. Also: auf Verkostungen im Markt. Schließlich kann man den Kunden kaum direkter ansprechen und gewinnen, als ihn die Ware vor Ort selbst testen zu lassen, im gemeinsamen Dialog Zusatzinformationen bieten und ihn unmittelbar über die eigenen Geschmacksknospen zu überzeugen.

Der Handel bereitet sich vor

Zwei Händler erzählen, wie sie sich auf den Dry January und Veganuary vorbereiten:

Marco Düver – Edeka Düver, Salzhausen

Wie lassen sich die Kunden im Januar gut auf alkoholfreie oder vegane Produkte aufmerksam machen?
Wir können viel selber anstoßen: Empfehlungen aussprechen, Rezeptanregungen auslegen oder mit Zweitplatzierungen arbeiten. Wichtig sind zudem Verkostungen. Das bieten wir regelmäßig mit unseren Regionalpartnern an, damit die Kunden sehen, riechen und schmecken können. Ich würde mir wünschen, dass die Industrie in dieser Hinsicht mehr Unterstützung bietet.

Was ist aus Ihrer Sicht bei der Auswahl alkoholfreier Varianten wichtig?
Von allen Produkten, die wir in eine Zweitplatzierung aufnehmen, müssen wir überzeugt sein und voll dahinterstehen. Das setzt voraus, dass man die Ware dann auch schon einmal selbst probiert hat. Bei allem, was wir importieren oder von Winzern beziehen, schmecken wir vorher rein, ob es ins Sortiment passt. Es geht auch darum auszuschließen, dass man womöglich bereits etwas Vergleichbares im Portfolio hat.

Welche Produkte bieten im Januar noch gutes Potenzial?
Ich finde, dass Gemüseaufstriche eine feine Sache sind. Nicht zu vergessen sind (funktionale) Riegel und Snacks, die Gesundheit signalisieren. Außerdem wird zu (Protein-)Trinkmahlzeiten gegriffen.

 

Andreas Behrens – Edeka „Familie Behrens“, Karlsruhe

Wie kann man sich anlässlich des „Veganuary“ und „Dry January“ von anderen Märkten abheben?
Mit einer persönlichen Kundenansprache und mit versierten Informationen durch das Personal. Es gilt, geschultes Personal zu haben und die Mitarbeitenden auch nur für ein Thema abzustellen, ob es jetzt um Verkostungen oder Informationen geht. Wir veranstalten auch Schlemmerabende. Da werden die Bereiche gesunde Ernährung und vegan/vegetarisch auch immer wieder gespielt. Einen Warenaufbau besser zu machen als ein Kollege – das versucht man natürlich immer. Es ist aber nicht das primäre Ziel.

Was ist in der Vorbereitung wichtig, wenn es um Aktionen, Zweitplatzierungen und Aufbauten geht?
Den Platz berücksichtigen und den Standort im Markt planen, damit dieser zum Termin auch wirklich frei ist. Zudem geht es darum, das Personal dafür zur Verfügung zu stellen und den zeitlichen Rahmen und Ablauf genau zu definieren. Die gewählten Produkte müssen thematisch zueinander passen.

Was umfasst für Sie eine gute persönliche Ansprache?
Die klassischen Dinge, die man schon vor 20 Jahren gemacht hat: dem Kunden gegenüber aufmerksam sein, schauen, ob er etwas sucht, oder mit Know-how beraten und helfen können.

Lesen Sie mehr…

Den kompletten Beitrag zum Gesundheitsmonat Januar lesen Sie in der aktuellen RUNDSCHAU der November-Ausgabe als kostenloses E-Paper.

Jetzt Newsletter abonnieren

Bleiben Sie stets informiert

Sie möchten unser Magazin testen?

Bestellen Sie das kostenlose Probeheft!

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die rundschau kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Wir liefern Ihnen jede Woche die Top-News der Lebensmittelbranche

Der kostenfreie E-Mail-Newsletter der RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel