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Die Psychologie der Hamsterkäufe

Warum gibt es Hamsterkäufe? Der Leiter des Rheingold Instituts, Stephan Grünewald, erklärt, wie und warum die grassierende Angst vor dem Coronavirus die Konsumenten zu Panikkäufen verleitet.

Mittwoch, 4. März 2020

Leere Regale sind in Zeiten des Coronavirus keine Seltenheit.Leere Regale sind in Zeiten des Coronavirus keine Seltenheit.
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Von Marcelo Crescenti | Fotos: Rheingold

Die Angst um das Coronavirus greift um sich: Die Fallzahl erhöht sich, Veranstaltungen werden abgesagt. Noch gibt es jedoch keinen Grund zur Panik. Und doch tätigen viele Konsumenten Hamsterkäufe, wie mehrere Händler bundesweit melden. Auch die Online-Food-Lieferdienste verzeichnen eine deutlich höhere Nachfrage.
Die Menschen sehen sich derzeit einer viralen Bedrohung ausgesetzt, die sie weder riechen noch schmecken noch sehen können, und sie können kaum etwas Konkretes dagegen tun, sagt Stephan Grünewald. Der Psychologe, Leiter des renommierten Rheingold Instituts, stellt fest: „Einkaufen und sich damit etwa auf eine mögliche Quarantäne vorzubereiten kann eine Demonstration dafür sein, dass man handlungsfähig bleibt.“
Dazu kommt, dass „die Erregung sich viel schneller ausbreitet als der Erreger“, so Grünewald gegenüber der RUNDSCHAU. „Selbst Menschen, die besonnen handeln wollen, werden aufgrund leerer Regale teils dazu verleitet, ebenfalls über ihren Bedarf hinaus einzukaufen.“
Angesichts leerer Regale merkte ein Lebensmittelhändler auf Instagram an: „So sieht es bei uns nur an Weihnachten!“. In der Tat sieht Grünewald Parallele mit der Festsaison: „Die Feiertage sind auch eine Art Quarantäne mit der Familie. Die Supermärkte haben länger zu, und man will auf jeden Fall genügend Kohlehydrate im Haus haben, um die Zeit friedlich mit seinen Liebsten zu verbringen. Da werden auch Hamsterkäufe getätigt und Regale leergeräumt.“
Dabei vermutet der Experte, dass Hamsterkäufer eher Discounter bevorzugen: „Zum einem werden große Mengen eingekauft, dabei wird auf den Preis geachtet. Zum anderen entlastet das reduzierte Angebot der Discounter den Konsumenten, der vor allem Basisnahrungsmittel kaufen will und sich in diesem Zustand weniger um Marken oder Angebote schert als sonst.“

 

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