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Umsatz mit Fairtrade-Produkten erstmals über 3 Milliarden Euro

Der Umsatz mit Fairtrade-Produkten in Deutschland ist im vergangenen Jahr um knapp 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 3,14 Milliarden Euro gestiegen. Pro Kopf gaben die Verbraucher rund 38 Euro für Fairtrade-Produkte aus.

Dienstag, 5. Mai 2026

Fairtrade-Produkte im Supermarkt.Foto: Fairtrade/Angela Wu

Wie Fairtrade Deutschland in seinem aktuellen Jahresbericht mitteilt, lag der Umsatz mit Fairtrade-Produkten in Deutschland 2025 bei 3,14 Milliarden Euro – ein Anstieg um knapp 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das hatte sich bereits im ersten Halbjahr 2025 angedeutet.

Pro Kopf gaben Verbraucherinnen und Verbraucher rund 38 Euro für Fairtrade-Produkte aus. Trotz steigender Preise und verhaltener Konsumlaune wertet die Organisation das Ergebnis als starkes Signal für den Markt.

Wachstum bei zentralen Produktgruppen

Der Absatz von Fairtrade-Bananen stieg um 7 Prozent auf über 130.000 Tonnen. Bei Bio-Bananen liegt der Marktanteil sogar bei rund 80 Prozent. Auch Kakao entwickelte sich positiv und legte gegen den allgemeinen Markttrend um 3,5 Prozent auf 92.100 Tonnen zu.

Beim Kaffee sorgten hohe Preise für ein Umsatzplus auf über eine Milliarde Euro, während die Absatzmenge leicht zurückging. Blumen hingegen verzeichneten mit minus 8 Prozent den stärksten Rückgang seit der Corona-Pandemie – bleiben aber weiterhin ein bedeutendes Fairtrade-Segment.

42 Millionen Euro für Produzenten

Ein zentraler Bestandteil des Fairtrade-Systems sind Prämienzahlungen. Insgesamt 42 Millionen Euro flossen 2025 zusätzlich an Produzentinnen und Produzenten. Diese Mittel werden etwa für Investitionen in Infrastruktur, Bildung oder Klimaanpassungsmaßnahmen genutzt.

Gleichzeitig steigen die Herausforderungen entlang der Lieferketten. Neue gesetzliche Anforderungen, Klimawandel sowie geopolitische Krisen treiben Produktions- und Transportkosten nach oben. Fairtrade fordert daher eine gerechtere Verteilung der Kosten – auch mit möglichen Preissteigerungen für Endverbraucher.

EU-Richtlinie stärkt Vertrauen in Siegel

Mit der neuen EU-Richtlinie „Empowering Consumers Directive“ (EmpCo), die ab September gilt, werden Nachhaltigkeitsaussagen strenger reguliert. Unternehmen müssen Begriffe wie „fair“ oder „klimaneutral“ künftig belegen. Das dürfte etablierten Siegeln wie Fairtrade zusätzlichen Auftrieb geben.

Auch unabhängige Prüfstellen bestätigen die Qualität: Laut aktueller Bewertung empfiehlt die Stiftung Warentest das Fairtrade-Siegel aufgrund seiner Transparenz und Aussagekraft.

Engagement in der Gesellschaft wächst

Parallel zum Marktwachstum steigt auch das gesellschaftliche Engagement: In Deutschland gibt es inzwischen über 900 Fairtrade-Towns, mehr als 1.000 Fairtrade-Schools und über 50 ausgezeichnete Hochschulen. Mit dem Saarland wurde 2025 zudem erstmals ein ganzes Bundesland als Fairtrade-Region zertifiziert.

Fazit: Der Fairtrade-Markt in Deutschland zeigt sich trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten robust. Neue regulatorische Rahmenbedingungen könnten den Trend hin zu nachprüfbaren Siegeln weiter verstärken.

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