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Rewe Group, Landfrisch AG und Erzeuger kooperieren bei Gemüseanbau

Die Rewe Group, die Landfrisch AG und Erzeuger starten ein Partnerschaftsmodell für den zukunftsträchtigen Gemüseanbau. Mit dem Drei-Parteien-Vertrag soll die Zusammenarbeit zwischen Handel und Landwirtschaft gestärkt werden.

Montag, 19. Januar 2026

Foto: Rewe Group
Rewe

Von Mirko Jeschke

Im Rahmen der Grünen Woche in Berlin haben die Rewe Group, die Erzeugerorganisation Landfrisch AG und zwei ihrer Erzeuger aus Nordrhein-Westfalen einen Drei-Parteien-Vertrag geschlossen. Den Angaben zufolge ist dieses Modell im deutschen LEH im Bereich Obst und Gemüse bislang einzigartig: Handel, Erzeugerorganisation und Landwirtschaft arbeiten noch stärker auf Augenhöhe zusammen und schaffen eine verbindliche und transparente Grundlage für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Diese gibt den Betrieben langfristig die notwendige Planungssicherheit, um in Spezialisierung und Digitalisierungsmaßnahmen zu investieren – dafür braucht es verlässliche Partner entlang der Wertschöpfungskette. Die Rewe Group hatte in der Vergangenheit bereits Drei-Parteien-Verträge für Milch- und Fleischprodukte vorgestellt.

Der Obst- und Gemüseanbau zählt zu den anspruchsvollsten Bereichen der Landwirtschaft. Witterungseinflüsse, saisonale Schwankungen und hohe Qualitätsanforderungen stellen Betriebe vor große Herausforderungen. Umso wichtiger seien verlässliche, langfristige Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die neue Zusammenarbeit schaffe genau diese Verlässlichkeit und ermögliche gezielte Investitionen in Spezialisierung und digitale Innovationen, die die Betriebe nachhaltig noch zukunftsfähiger machen. Dazu zählen u.a. automatisierte Pflanz- und Erntetechnik, moderne Hackmaschinen sowie Projekte wie Hallenerweiterungen, zusätzliche Packkapazitäten und der Einsatz von Kühltechnik mit natürlichem Kältemittel.

Klares Signal für Transparenz

“Als erster Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland setzen wir mit dem neuen Drei-Parteien-Vertrag ein deutliches Signal für Transparenz, Commitment und partnerschaftliches Handeln in der Lieferkette. Wir schaffen damit Stabilität für die Erzeuger, stärken die regionale Landwirtschaft und eröffnen Perspektiven für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Betriebe – das ist für uns ein Kernprinzip verantwortungsvollen Handelns”, sagt Marc Rademacher, Mitglied der Geschäftsleitung Einkauf der Rewe Group.

Die Preisgestaltung für die Erzeugnisse erfolgt im engen Austausch zwischen den Vertragspartnern und orientiert sich an der jeweils aktuellen Marktsituation. Ziel ist es, faire und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die Planungssicherheit geben und die Weiterentwicklung der Betriebe fördern.

“Als Erzeugerorganisation sehen wir in dieser Kooperation einen wichtigen Schritt hin zu einer langfristigen Partnerschaft, die auf Vertrauen, Verlässlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung basiert. Unser Ziel ist es, die regionale und deutsche Produktion entlang der Wertschöpfungskette nachhaltig zu stärken und gemeinsam Lösungen zu schaffen, die wirtschaftlich tragfähig sind und gleichzeitig Qualität und Nachhaltigkeit weiterentwickeln”, so Johannes von Eerde, Vorstandsmitglied der Landfrisch AG.

Landfrisch vertritt insgesamt 65 Erzeugerbetriebe in Deutschland, die auf einer Fläche von über 3.000 Hektar im Freilandanbau und rund 110 Hektar im Gewächshausanbau produzieren. Die Organisation bündelt die Obst- und Gemüseerzeugnisse ihrer Mitglieder für die Vermarktung und übernimmt zentrale Leistungen wie Verpackung, Lagerung und Logistik – mit einem klaren Fokus auf Regionalität und Nachhaltigkeit. Zu den Haupterzeugnissen der teilnehmenden Erzeugerbetriebe BT Gemüse und Stoffers zählen unter anderem Kopfsalat, Eisbergsalat, Kohlrabi, Pak Choi, Mini-Romana-Salat, Grünkohl und Spitzkohl. Die Produkte gelangen unter anderem überregional in Rewe- und Penny-Märkte. BT Gemüse und Stoffers investieren im Zuge der Partnerschaft gezielt in innovative Maßnahmen zur langfristigen Weiterentwicklung ihrer Betriebe.

Vertrag läuft zunächst über fünf Jahre

Grundlage der Zusammenarbeit ist eine langfristige Vertragslaufzeit von zunächst fünf Jahren. Das mehrjährige Kooperationsmodell mit verbindlichen Abnahmegarantien sorgt für eine ausgewogene Risikoverteilung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Gleichzeitig ermöglicht es eine präzisere und effizientere Produktions- und Verarbeitungsplanung, schafft mehr Transparenz in der Preisgestaltung und trägt damit zu stabileren Verbraucherpreisen bei, heißt es.

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