Eine neue Pfandstudie des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag von Fritz-Kola und der Initiative „Pfand gehört daneben“ zeigt: Littering wird in der deutschen Bevölkerung zunehmend als Problem wahrgenommen. Demnach stimmen 74 Prozent der Befragten zu, dass das achtlose Wegwerfen von Müll in der Öffentlichkeit zugenommen hat. Für 68 Prozent wirken auch öffentliche Plätze wie Parks insgesamt schmutziger als früher
Pfandgut spielt bei der Vermüllung eine große Rolle. 62 Prozent der Bevölkerung stimmen zu, dass immer häufiger auch Pfandflaschen und -dosen achtlos weggeworfen werden, anstatt sie an einem Mülleimer abzustellen oder sie zurückzugeben. 59 Prozent der Befragten finden, dass besonders Glasflaschen häufig in der Öffentlichkeit zurückgelassen werden. Gerade wenn diese zerbrechen, kann das zu einem erhöhten Verletzungsrisiko führen.
Wieder mehr Pfandsammler
Nach einem Rückgang im vergangenen Jahr ist die Zahl der aktiven Pfandsammler wieder gestiegen – von 1,05 auf 1,10 Millionen. Laut Pfandstudie ist der häufigste Grund, Pfand zu sammeln, etwas für die Umwelt oder für die Sauberkeit zu tun (40 %). Ein Wert, der von der restlichen Bevölkerung unterschätzt wird. Denn nur 17 Prozent gaben an, dass sie glauben, Menschen gingen aus diesem Grund Pfand sammeln.
„Pfandsammeln ist gelebter Umweltschutz im Alltag, von Menschen, die dafür kaum Anerkennung bekommen“, so Pascal Fromme, Head of Sustainability & Public Affairs bei Fritz-Kola. „Sie schließen eine Lücke im System der Kreislaufwirtschaft. Dieses Engagement verdient mehr Respekt und bessere Rahmenbedingungen.“
Erstmalig wurden in diesem Jahr auch Daten pro Bundesland erhoben. Die Ergebnisse finden Sie hier.
Pfandringe wichtiges Instrument, aber mit Upgrade-Bedarf
„Pfand gehört daneben“ setzt sich seit Jahren mit Aufrufen und Lösungsvorschlägen dafür ein, Pfandsammlern den gefährlichen und entwürdigenden Griff in den Mülleimer zu ersparen. Pfandringe stellen hierbei ein wichtiges Instrument dar – an Mülleimern angebrachte Halterungen zum Abstellen von Flaschen und Dosen. 42 Prozent der Nicht-Pfandsammler geben an, dass sie Sauberkeit und Ordnung in der unmittelbaren Umgebung verbessern. Und 36 Prozent der Pfandsammler finden, dass sie die Hygiene und Sicherheit beim Sammeln erhöhen.
Das Potenzial der Pfandringe wird jedoch noch nicht ausgeschöpft: Nur sieben Prozent der Bevölkerung gaben an, sie regelmäßig zu sehen und zu nutzen. 35 Prozent sehen Pfandringe nur selten, würden diese aber nutzen. Und auch darüber hinaus benötigen sie ein Upgrade: 15 Prozent der Nicht-Pfandsammler und sogar 29 Prozent der Pfandsammler geben an, dass in Pfandringen oft Restmüll oder Abfall entsorgt wird.
Erhöhung des Glasmehrwegpfands könnte sich positiv auf Sauberkeit auswirken
Hygiene und Sicherheit sind jedoch nicht die einzigen Bedingungen, die für Pfandsammler von Bedeutung sind. 21 Prozent der Befragten sammeln hauptsächlich Dosen oder PET-Flaschen mit einem Pfandwert von 25 Cent. Die häufigsten Gründe dafür sind das geringe Gewicht/der leichtere Transport (53 %), das hohe Pfand pro Flasche/Dose (51 %) und die einfachere Rückgabe (z. B. bei Discountern) (44 %).
Doch es gibt eine mögliche Lösung: Eine Erhöhung des Glasmehrwegpfands könnte das Sammelverhalten deutlich verändern. 61 Prozent der Pfandsammler würde das dazu bewegen, mehr Glasflaschen zu sammeln. Eine Erhöhung zum Vorjahr, in dem 51 Prozent diese Angabe machten.
Auch Verbände sprechen sich für eine Pfanderhöhung aus. Uwe Feige, Vizepräsident des Verbandes Kommunaler Unternehmen (VKU) und Leiter des Kommunalservice Jena, sagt: „Aus Sicht der kommunalen Entsorgungsunternehmen und der Stadtreinigung ist eine Erhöhung des Mehrwegpfands überfällig. Die Beträge haben im Zeitverlauf durch die Inflation deutlich an Wirkung verloren, sie reichen als Lenkungsinstrument nicht mehr aus. 25 Cent können deshalb nur ein Start sein. Jede Flasche, die zurückgegeben wird, entlastet die kommunale Reinigung, spart Ressourcen und stärkt funktionierende Mehrwegsysteme.“
Mirco Wolf Wiegert, Gründer und Geschäftsführer von Fritz-Kola, ergänzt: „Die Pfandbeträge für Glasmehrweg sind in Deutschland seit 60 Jahren nicht erhöht worden. Das ist nicht zeitgemäß. Der Kreislauf funktioniert nur, wenn die Anreize stimmen.“
Bereitschaft für Pfanderhöhung auch in der Bevölkerung
Eine Erhöhung des Glasmehrwegpfands auf 25 Cent hätte zudem eine Vereinheitlichung des Systems zur Folge – eine Entwicklung, die laut Studie die Mehrheit der Bevölkerung begrüßen würde. 63 Prozent finden, dass ein einheitlicher Pfandwert das System vereinfachen und dafür sorgen würde, dass mehr Pfandflaschen und -dosen zurückgebracht werden. 73 Prozent finden, dass es ein einheitliches Pfandsystem in ganz Europa geben sollte, da dieses vieles erleichtern würde.
Zuletzt hatte Fritz-Kola erstmals Dosen eingeführt.






