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El Niño und Klimafolgen setzen Bananenproduktion unter Druck

Der Klimawandel setzt dem Bananenanbau zu: Kolumbiens Bananenbranche warnt, dass die Auswirkungen des El-Niño-Phänomens die Produktion massiv beeinträchtigen könnten.

Dienstag, 29. September 2026

Foto: AUGURA ASBAMA

Von Marcelo Crescenti

Die kolumbianischen Bananenverbände AUGURA und ASBAMA schlagen Alarm. Im Jahr 2026 wurden über 4.200 Hektar Anbaufläche in den kolumbianischen Bananenanbaugebieten durch Überschwemmungen und schwere Stürme zerstört. Solche Extremwetterereignisse sind direkte Folgen des Klimawandels und führen zu einem Rückgang der Produktionskapazitäten um bis zu 20 Prozent.

Mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent könnte zudem das Wetterphänomen El Niño eine Intensität erreichen, die seit Jahrzehnten nicht mehr verzeichnet wurde. Dies würde zu weniger Niederschlägen, steigender Temperatur und erhöhtem Wasserstress führen – Faktoren, die die Bananenproduktion weiter unter Druck setzen könnten.

Nachhaltigkeit durch Klimaanpassung gefährdet

Die kolumbianische Bananenbranche steht nicht nur unter klimatischem Stress, sondern auch unter wachsendem Druck, hohe Nachhaltigkeitsstandards einzuhalten. Maßnahmen zur Klimaanpassung wie Pflanzengesundheit, Umweltschutz und Rückverfolgbarkeit erfordern erhebliche Investitionen. Doch die Finanzierung dieser Maßnahmen wird durch die steigenden Kosten und die Aufwertung des kolumbianischen Peso gegenüber dem US-Dollar zunehmend erschwert.

Die klimatischen und wirtschaftlichen Herausforderungen gefährden nicht nur die Rentabilität der Branche, sondern auch die sozialen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte. Über 200.000 Arbeitsplätze hängen direkt von der Bananenproduktion ab. Die kolumbianischen Verbände betonen, dass die Sicherung dieser Beschäftigung sowie die Einhaltung sozialer Standards eine wirtschaftlich tragfähige Grundlage benötigen, die derzeit durch die Klimafolgen und externe Marktbedingungen ins Wanken gerät.

Globale Bedeutung der Banane

Die Banane gehört zu den beliebtesten Obstsorten in Deutschland, obwohl sie nicht vor Ort angebaut wird. Deutschland bezieht die Südfrucht aus Regionen wie Mittel- und Südamerika sowie Westafrika. Weltweit werden Bananen auf rund sechs Millionen Hektar angebaut, mit einer Erntemenge von mehr als 139 Millionen Tonnen jährlich.

Angesichts der schwierigen Lage fordern AUGURA und ASBAMA eine stärkere Zusammenarbeit mit der europäischen Wertschöpfungskette. Sie schlagen vor, auf der Messe Fruit Attraction 2026, die vom 6. bis 8. Oktober in Madrid stattfindet, einen Dialog über die Verteilung von Kosten, Risiken und Wert entlang der gesamten Lieferkette zu führen.

Ziel ist es, ein Modell zu etablieren, das die ökologischen und sozialen Herausforderungen berücksichtigt und gleichzeitig die wirtschaftliche Tragfähigkeit gewährleistet. Dabei betonen die Verbände: Nachhaltigkeit hat ihren Preis und muss von allen Akteuren gemeinsam getragen werden.

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