Verbraucher in Deutschland kaufen mehr Bio-Lebensmittel als je zuvor. Laut der aktuellen Studie der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn (DHBW) steigen die Umsätze in diesem Jahr voraussichtlich um etwa 10 Prozent auf rund 18,7 Milliarden Euro. Damit würde der Marktanteil von Bio am Gesamtumsatz zu einem historischen Wert von 6,9 Prozent führen können – es wäre der Höchste seit der Einführung des Bio-Siegels 2001.
Als wichtigster Distributionskanal für Bio-Lebensmittel tun sich laut Studie die Discounter hervor (32,9%), die vor dem LEH-Vollsortiment (29,3%) liegen. Die höchsten Wachstumsraten verzeichneten hingegen in den Jahren zwischen 2020 und 2025 die Drogeriemärkte, die sich demnach zu einem sehr relevanten Distributionskanal für Bio entwickelt haben. Der Naturkostfachhandel gewinne zwar wieder Umsatz, verliere aber vermutlich wieder etwas
Marktanteil an den klassischen LEH.
Bio-Handelsmarken wachsen weiter
Außerdem wachsen die Handelsmarken im Umsatz erneut überproportional (+13,1%) im Vergleich zu
den Bio-Markenartikeln (+5,8%). Somit steigt der Handelsmarkenanteil laut Prognose auf ca. 66,8 Prozent. Die
Marktsituation bleibe für Bio-Markenartikel herausfordernd, so das Fazit der Studie.
Als Kaufmotivation sieht Studienautor Prof. Stephan Rüschen, DHBW, die wirtschaftliche Entwicklung: „Mit der abnehmenden Inflation kaufen die Menschen weniger preisbewusst ein und greifen häufiger zu Bio-Produkten.“ Ein gestiegenes Bewusstsein für Nachhaltigkeit lasse sich allerdings nicht nachweisen.







