Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland stieg 2025 um 6,7 Prozent auf 18,23 Milliarden Euro, ausgehend von einem nach oben korrigierten Umsatz für 2024 auf 17,09 Milliarden Euro. Die Ökolandbau-Fläche wuchs um 1,1 Prozent. Zwei Drittel der Fläche ist nach den hohen Standards deutscher Bio-Verbände zertifiziert. Der Bio-Anteil an der gesamten Agrarfläche erreicht 11,7 Prozent; jeder siebte Hof in Deutschland wirtschaftet ökologisch. Diese Branchenkennzahlen nennt der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zum Auftakt der Bio-Weltleitmesse Biofach.
Mindestens 388.000 Menschen sind in der gesamten Bio-Wertschöpfungskette beschäftigt. 45 Prozent der Bio-Herstellungs- und -Handelsunternehmen planen Neueinstellungen. Besonders hoch ist der Bio-Anteil im wachsenden Lebensmittel-E-Commerce mit mittleren Werten von 20 Prozent. Die junge “Gen Z” greift zu 90 Prozent zu Bio.
Die steigende Nachfrage führt zu Knappheiten bei Bio aus Deutschland. Sogar die Erzeugung der gängigsten Feldgemüsearten reicht nicht für die Inlandsversorgung: Rund 40 Prozent der Bio-Möhren und 25 Prozent der Bio-Zwiebeln wurden 2024 importiert. Auch bei tierischen Erzeugnissen – Milch, Butter, Fleisch – steigen die Importe. Gut ein Drittel des Bio-Schweinefleischs stammte 2024 aus Nachbarländern; in 2025 kamen Belgien und Spanien als Lieferländer hinzu.
Angesichts dieser Marktentwicklung richtet der Bio-Sektor klare Forderungen an die Politik. Tina Andres, Vorstandsvorsitzende des Bio-Spitzenverbands BÖLW, kommentiert: „Höfe und Verarbeiter-Betriebe brauchen jetzt deutliche Signale aus der Politik! Zur deutschen Nachhaltigkeitsstrategie gehört das 30-Prozent-Bio-Ziel. Die Bundesregierung muss dazu die Bio-Strategie umsetzen, damit Böden und Gewässer, damit Insekten und Vögel eine Chance haben trotz Klimawandel und Artenschwund.“






