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Tafel verstärkt Spendenakquise direkt aus der Lebensmittelindustrie

Das Projekt „ZuLo“ soll die Lebensmittelrettung und Logistik in Deutschland verbessern und mehr Spenden für die Tafel direkt aus der Lebensmittelindustrie akquirieren.

Mittwoch, 16. September 2026

Die Verbesserung der Logistik ist für den Dachverband Tafel Deutschland wichtig. Bild: Reiner Pfisterer

Von Marcelo Crescenti

Der Dachverband Tafel Deutschland hat das Projekt „Zukunftsstrategie Lebensmittelrettung und Logistik (ZuLo)“ ins Leben gerufen, um die Einwerbung und Verteilung von Lebensmittelspenden zu optimieren. Ziel ist es, verstärkt Lebensmittelhersteller einzubinden und rechtliche Klarheit für die Spende von Eigenmarkenprodukten aus dem Lebensmittelhandel zu schaffen. Zudem sollen logistische Abläufe verbessert werden.

Das zweieinhalb Jahre laufende Projekt wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) gefördert. ZuLo ergänzt bestehende Initiativen wie die Allianz für Lebensmittelrettung und baut auf früheren Projekten wie „eco-Plattform“ und „TafelConnect“ auf, die digitale Lösungen für die bundesweite Verteilung von Lebensmittelspenden bereitstellen.

Herausforderungen und Ziele

Die über 980 Tafeln in Deutschland retten jährlich rund 265.000 Tonnen Lebensmittel und unterstützen etwa 1,5 Millionen bedürftige Menschen. Doch insbesondere bei Großspenden stoßen die überwiegend ehrenamtlich betriebenen Einrichtungen oft an ihre logistischen Grenzen. Gleichzeitig verzeichnet der Lebensmittelhandel durch effizientere Lieferketten einen Rückgang von Spenden.

ZuLo setzt hier an und strebt an, das Großspendenaufkommen aus der Lebensmittelindustrie signifikant zu erhöhen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit Eigenmarken-Produzenten des Lebensmitteleinzelhandels. Sie können oft nicht eigenständig über die Abgabe überschüssiger Ware entscheiden. Ziel ist es, rechtliche und praktische Hürden abzubauen und zusätzliche Spendenpotenziale zu erschließen. Schon 2023 betonte die Bundesvereinigung der Ernährungsindustrie die Notwendigkeit von Lebensmittelspenden seitens der Industrie. 

Logistik und Aufklärung

Ein weiterer Fokus des Projekts liegt auf der Optimierung logistischer Prozesse. Geplant sind Transport-Rahmenverträge mit Logistikdienstleistern. Diese würden auch Spenden  ermöglichen, bei denen der Transport nicht durch die Spender organisiert werden kann. Zudem wird die Aufklärung über die Möglichkeiten von Warenspenden bei überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum intensiviert.

Das Projekt ZuLo unterstützt die Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Sie wurde 2019 von der Bundesregierung beschlossen. Es trägt dazu bei, die EU-weiten Reduktionsziele im Bereich der Lebensmittelabfälle umzusetzen. Darunter eine Senkung der Abfälle in der Verarbeitung um 10 Prozent und im Handel sowie privaten Haushalten um 30 Prozent bis 2030.

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