
Werksleiter Moritz Nelius. Foto: RUNDSCHAU/ Kausch
Hier fängt der frühe Vogel nicht den Wurm, sondern die Erntemaschine das wichtigste Kräutergewürz zumindest der italienischen Küche: Bis elf Uhr am Vormittag muss das Basilikum auf dem Hänger und auf dem Weg in das Verarbeitungswerk von Frosta im pfälzischen Bobenheim-Roxheim sein. Was ist bei der Verarbeitung wichtig? Werksleiter Moritz Nelius beantwortet die Fragen der RUNDSCHAU.
Warum ist Basilikum in der Verarbeitung so anspruchsvoll?
Die Blätter sind empfindlich und unmittelbar nach der Ernte beginnt der Oxidationsprozess, der den Geschmack dann bitter werden lässt. Außerdem sind die Blätter anfällig für Verletzungen bei der Ernte. Das bedeutet, die Fahrer auf dem Feld und wir in der Verarbeitung stehen in ständigem Kontakt, damit die Ernte sofort verarbeitet werden kann. Der Kipperfahrer braucht maximal 30 MInuten bis zum Werk, dann wird sofort verarbeitet.
Wie viel Basilikum verarbeitet Frosta im Werk in Bobenheim-Roxheim?
Wir bauen für das Werk auf 20 Hektar Bio-Basilikum und auf 20 Hektar konventionelles Basilikum an. Pro Hektar werden jährlich rund 16 Tonnen geerntet, beim Bio-Anbau 14 bis16 Tonnen, beim konventionell: 16 bis 19 Tonnen. Die Ernte beginnt Mitte Juli und dauert je nach Wetter höchstens fünf Wochen. Pro Stunde verarbeiten wir zwei bis drei Tonnen, die zerkleinert und schockgefrostet werden.
In der Autoindustrie nennt man das Just-in-time-Produktion?
Ja, nur verarbeiten wir hier keine Schrauben aus Metall, sondern Pflanzen, die viel empfindlicher sind. Qualität ist extrem wichtig. Wir testen aktuell digitale Software-Systeme, um die Abläufe noch besser abzustimmen und schneller zu gestalten.






