Bayerns Landwirtschaft ist durch die aktuell hohen Temperaturen vor große Herausforderungen gestellt. Vor allem bei klassischen Kulturen wie Feldgemüse sei Hitzestress ein großes Thema, heißt es von Peter Doleschel, Pflanzenbauexperte bei der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). „Die aktuelle Situation ist besonders schwierig.” Die Kombination aus Hitze und Trockenheit führe zu Wachstumsstillstand, weil die Pflanzen unter Trockenstress kaum noch Nährstoffe aufnehmen können.
In Süd- und Mittelhessen sind selbst die unteren Bodenschichten zu trocken. Unter anderem bei Beeren könnte die Ernte leiden. Früchte wie Himbeeren und Erdbeeren könnten bei großer Hitze und Trockenheit Schaden nehmen und Sonnenbrand zeigen. Damit seien diese nicht mehr verwertbar oder weniger haltbar. Eine extrem schnelle Reife könne sich zudem negativ auf die Qualität auswirken.
Die anhaltende Hitze und Trockenheit setzen auch der Schweizer Landwirtschaft zu. Besonders Ackerkulturen leiden. Bewässerung wird immer wichtiger. Gemüse- und Obstbetriebe versuchen die Folgen der Trockenheit durch Bewässerung abzufedern. Doch auch diese Kulturen leiden unter den hohen Temperaturen. Der Verband Schweizer Gemüseproduzenten erklärt im Informationsportal nau.ch: “Die Gemüsegärtner müssen viele Felder bewässern, damit die Pflanzen nicht eingehen. Im Sommer gehört das dazu.” Solange genügend Wasser vorhanden sei, bleibe die Situation für die Produzenten eine ‘machbare Herausforderung’. Allerdings habe es in früheren Jahren bereits Phasen gegeben, in denen Wasser knapp geworden sei. Auch Gemüsebauer Thomas Wyssa spürt die Folgen der Hitze, etwa bei Radieschen, Zwiebeln und Spinat. Der sensible Spinat ist dort, wo der Boden sandig ist, also am meisten Hitze bindet, fast ganz abgestorben. “40 Prozent des gesäten Spinats sind tot”, schätzt Wyssa laut dem Branchendienst Fresh Plaza.






