Im Vorfeld des Deutschen Frucht Preises 2026, der am 5. Mai im Kurhaus in Baden-Baden stattfand, trafen sich die Jurymitglieder, um über die neuesten Entwicklungen im Obst- und Gemüsesektor zu sprechen. Die Jury setzte sich zusammen aus:
Esther Dworak – European Food Cooperation
Thorsten Fuchs – Food Academy
Ariane Grabow – Deutscher Fruchthandelsverband
David Hintzen – GS1 Germany
Kaasten Reh – Fruchthandel Magazin
Michaela Schneider – Fyffes
Sandra Schütze – Dole
Iris Schwarzer – IDM Südtirol
Katrin Singer – Messe Berlin
Pedro Vilanova – Chiquita
Dominik Wehner – SanLucar
🍍Ananas: Reife verkauft sich
High-coloured Ananas trifft den Nerv der Zeit: sichtbare Reife, mehr Süße, sofort verzehrbereit. Produkte wie „Fyffes Special Reserve“ oder „Colada Royale“ zeigen, wie stark sensorische Qualität den Absatz treibt. Entscheidend am PoS: Inszenierung und Convenience. Bereits 36 Prozent der Kunden greifen spontan zu – geschnittene Ware pusht zusätzlich.
🍎Apfelmarkt: Innovation gefragt
Äpfel bleiben zwar ein Klassiker, der Konsum stagniert jedoch. Neue Sorten sind der Schlüssel, um Kaufimpulse zu setzen und jüngere Zielgruppen zu erreichen. Südtirol bleibt ein zentraler Player in der Versorgung, doch ohne Innovation droht weiteres Wachstum auszubleiben.
🍉Snacking: Klein, praktisch, premium
Mini-Formate wie Snackgurken oder Mini-Melonen liegen im Trend. Trotz Diskussion um Nachhaltigkeit punktet vor allem der Convenience-Faktor. Gleichzeitig entwickeln sich kleine Kaliber zunehmend zum Premiumprodukt – und rechtfertigen höhere Preise.
🫐Beeren: Wachstum durch Erlebnis
Heidelbeeren führen den Markt an, angetrieben durch bessere Verfügbarkeit im Handel und steigende Qualitätsansprüche. Neben Größe zählt vor allem der „Crunch“. Moderne Sorten und regionale Produktion gewinnen an Bedeutung, auch vor dem Hintergrund des Klimawandels.
📃EmpCo: Neue Regeln für Nachhaltigkeit
Mit der EU-Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“ (EmpCo) verschärfen sich die Anforderungen an Umwelt-Claims deutlich. Pauschale Aussagen wie „umweltfreundlich“ werden eingeschränkt, eigene Labels geraten unter Druck. Trotz Tragweite zeigt sich die Branche bislang zögerlich – Handlungsbedarf besteht schon jetzt.
Nur wer konsequent auf Qualität, innovative Sorten, Convenience und transparente Kommunikation setzt, kann Kaufimpulse schaffen und Vertrauen sichern. Gleichzeitig erhöhen neue regulatorische Vorgaben wie EmpCo den Druck, Nachhaltigkeit glaubwürdig und rechtskonform zu kommunizieren.






