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2D-Code: Ein Code für alle Fälle

Der Übergang von Strichcodes zu leistungsfähigeren 2D-Codes nimmt an Fahrt auf: dm Drogeriemarkt testet als erster Händler den Nachfolger des Barcodes im Kassiervorgang, Markenhersteller experimentieren mit dem zweidimensionalen Code auf ihren Verpackungen. Der Neue kann viel mehr leisten als die bisherigen Kennzeichnungen am Produkt.

Freitag, 3. April 2026

Foto: dm drogeriemarkt

Von Marcelo Crescrenti

Kleiner Code, große Wirkung: Der 2D-Code der neuen Generation soll den aktuellen Barcode auf den Verpackungen nicht nur ersetzen. Er bietet eine große Anzahl an neuen Funktionalitäten.

Der von GS1 entwickelte Code funktioniert wie eine Art Weiche, die je nach Ort, Zeit oder Gerät unterschiedliche Informationen bietet. So wird an der Kasse der Artikelpreis gezeigt. Markenhersteller können darüber Produktinformationen bereitstellen, und in der Logistik werden dadurch andere Informationen abgerufen.

Praxistest bei dm

Nun testet dm Drogeriemarkt erstmals den Einsatz des Codes im Kassiervorgang. Um die Kassen fit für diese neue Barcode-Generation zu machen, setzt dm Scanner ein, die Barcodes wie eine Digitalkamera aufnehmen. Die Software erkennt die Markierungen des QR-Codes, analysiert die Anordnung der Pixel und wandelt diese in digitale Informationen um. „Mit dem Test bereiten wir uns frühzeitig auf den Generationenwechsel bei den Barcodes vor“, sagt Roman Melcher, als dm-Geschäftsführer verantwortlich für dmTECH.

Auch auf der Seite der Markenhersteller tut sich was. Beiersdorf bietet für die Marke 8X4 QR-Codes mit dem Standard GS1 Digital Link auf den Produkten. Per Smartphone erhalten Kunden Zugang zu markenspezifischen Details, während der Code zugleich für den Kassiervorgang nutzbar bleibt.

Vorteile für Markenhersteller

Auch der Hygienepapierspezialist Wepa setzt auf die neue Technologie: Ein Code auf Produkten der Marke „mach m!t“ führte die Konsumenten im Rahmen eines Projekts zu einer individuellen Produktseite. Die so verlängerte Produktverpackung lieferte darüber die gesetzlich erforderlichen Nachhaltigkeitsinformationen. Sie konnte zugleich für Marketingmaßnahmen wie Gewinnspiele und Rabattaktionen genutzt werden. Über die Plattform info.link konnte Wepa steuern, welche Informationen und Aktionen nach dem Scannen des Barcodes wann ausgespielt wurden.

„Der 2D-Code ist ein dynamisches Element und zugleich eine einfache, standardisierte Lösung, die ein Produkt über den ganzen Lebenszyklus begleiten kann“, sagt GS1-CEO Thomas Fell im Gespräch mit der RUNDSCHAU. „Es ist ein Code für alle Zwecke.“ Damit meint er, dass die neue Kennzeichnung nicht nur die Artikelnummer GTIN (Global Trade Item Number) für den Kassiervorgang enthält. Auch Informationen wie Chargen- und Seriennummer, MHD und gesetzliche Infos wwrden bereitgestellt. „Das Produkt selbst kann damit zum Kommunikationsmittel werden“, sagt Fell. Über die Seriennummer könnte in Zukunft etwa der Hersteller eines Rucksacks über KI-Bots After-Sales- oder Reparatur- Informationen anbieten.

Der 2D-Code kann Produkte über den gesamten Lebenszyklus begleiten und ganz verschiedene Infos bieten.

Thomas Fell, CEO GS1

Der Pilot bei dm ist ein Durchbruch. Allerdings tun sich viele Markenhersteller noch schwer mit der 2D-Migration. „Diese ist kein reines IT-Projekt“, betont Fell, sondern müsse von der Logistik bis zum Marketing von vielen Bereichen im Unternehmen getragen werden. Das macht die Aufgabe komplexer. Für diejenigen, die sich zukunftsfähig aufstellen wollen, dürfte sich die Mühe jedoch lohnen.

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