Der Preisanstieg für Osterartikel im LEH von rund 19 Prozent 2025 im Vergleich zum Vorjahr hatte unmittelbare Folgen: In den vier Wochen vor Ostern sank die Käuferreichweite um 8 Prozent. Nach aktuellen Daten aus dem YouGov Shopper Panel und dem YouGov Online Access Panel setzt sich die Kaufzurückhaltung fort: 40 Prozent der Käufer geben an, in diesem Jahr weniger Osterartikel kaufen zu wollen, während lediglich 6 Prozent planen, mehr zu kaufen. Gleichviel wie im letzten Jahr wollen 52 Prozent kaufen.
Schokolade bleibt zentral – Geschenke verlieren an Bedeutung
Trotz der Preisentwicklung bleibt Schokolade das dominierende Osterprodukt: 64 Prozent der Befragten kaufen sie zumindest gelegentlich. Andere typische Osterkategorien sind weniger relevant: Dekorationsartikel werden von gut einem Drittel (37%) der Konsumenten gelegentlich bis regelmäßig gekauft, klassische Ostergeschenke von 45 Prozent. Wenn Geschenke gemacht werden, dominieren klar Schokoladen-Osterhasen (37%), gefolgt von Geld oder Gutscheinen (11%). Die Ausgaben bleiben dabei überwiegend moderat: Die Hälfte der Schenkenden will laut YouGov weniger als 25 Euro ausgeben.
Späte Kaufentscheidung
Osterartikel werden überwiegend kurzfristig gekauft. 56 Prozent der Konsumenten erwerben ihre Produkte erst in den letzten ein bis zwei Wochen vor dem Osterfest, 20 Prozent davon sogar erst wenige Tage vorher. Entsprechend konzentriert sich die höchste Käuferreichweite auf die finale Woche vor Ostern.
Silvia Rothmann-Falk, Account Director bei YouGov: „Wir stellen aktuell fest, dass das Ostergeschäft im Lebensmitteleinzelhandel stark von Preisbewusstsein geprägt ist. Für den Handel entsteht daraus ein doppelter Druck: Einerseits müssen steigende Kosten weitergegeben werden, andererseits reagieren Konsumenten sensibel und zurückhaltend. Hinzu kommt, dass das Ostergeschäft stark von kurzfristigen Kaufentscheidungen geprägt ist. Diese Last-Minute-Dynamik erhöht die Unsicherheit für den Handel zusätzlich – insbesondere in einem Umfeld, in dem die Konsumstimmung ohnehin gedämpft ist.“
Teure Osterhasen
Eine Auswertung der Vergleichsapp Smhaggle für die Deutsche Presse-Agentur zeigt, wie die Preise für Schoko-Osterhasen kräftig angezogen sind. Das Ergebnis für die Marken Lindt, Milka, Kinder und Ferrero: Die Preise sind je nach Größe und Marke 7 bis 29 Prozent höher als vor einem Jahr. Die 100-Gramm-Version des Lindt-Osterhasen legt im Vergleich mit März 2025 um 70 Cent (+16%) zu, die mit 50 Gramm um 50 Cent (+18 %).
Insgesamt rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) zu Ostern mit einem Umsatz von 2,1 Milliarden Euro im Einzelhandel, das bedeutet einen Rückgang um 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Pro Kopf sind somit Osterausgaben in Höhe von 38 Euro zu erwarten.






