Die Tiefkühlwirtschaft als eigener Wirtschaftszweig sei medial und politisch bisher wenig sichtbar: Die Studie “-18 Grad. Die Tiefkühlwirtschaft in Deutschland.” will das mit einer systematischen Bestandsaufnahme ändern. Vom Deutschen Tiefkühlinstitut (dti), Spitzenverband der Tiefkühlwirtschaft, bei der AFC Consulting Group in Auftrag gegeben, soll der Branchenreport dazu beitragen, eine Lücke in der amtlichen Wirtschaftsstatistik zu schließen, die die Tiefkühlwirtschaft bisher nicht als eigenständige Branche erfasst. Das Branchenporträt erscheint im Jubiläumsjahr des Verbands: Am 6. Juni 2026 feiert das dti seinen 70. Geburtstag.
Tiefkühlwirtschaft: einer der größten Zweige der Ernährungsindustrie
Die Studie unterstreicht das wirtschaftliche Gewicht der Tiefkühlwirtschaft und zeigt sie als Wachstumsbranche im Markt. Zwischen 2015 und 2024 stieg der nominale Inlandsumsatz der Branche um rund 70 Prozent von 13,3 auf 22,6 Milliarden Euro. Die Absatzmengen erhöhten sich von 3,5 auf 4,1 Millionen Tonnen (+17 Prozent). Preisbereinigt legte der Umsatz deutlich zu: real von 14,6 auf 17,0 Milliarden Euro (+16,6 Prozent). Das Wachstum ist also vor allem mengengetrieben. Die Ernährungsindustrie wuchs im gleichen Zeitraum zwar nominal, real musste sie jedoch einen Verlust von 10,2 Prozent hinnehmen. Die Tiefkühlwirtschaft konnte ihren Anteil am Inlandsumsatz nach eigenen Berechnungen von rund zwölf Prozent (2015) auf gut 15 Prozent (2024) ausbauen.
Das Branchenporträt beschreibt die Tiefkühlwirtschaft als kapital- und technologieintensiven Sektor mit Zukunftsperspektive. Als Innovationstreiber investiert die Branche gezielt und mit hohem Kapitaleinsatz in Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Die Investitionen bewegen sich dabei häufig im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich.
Energie und Wettbewerbsfähigkeit sichern
Damit die Tiefkühlwirtschaft auch weiterhin ihre Rolle für die Lebensmittelversorgung erfüllen kann, fordert das dti wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, die die Produktivität und Transformation verbessern: “Planungs- und Rechtssicherheit für Investitionen, praxistaugliche Regulierung und weniger Bürokratie, bezahlbare und sichere Energie mit konsequentem Ausbau der Erneuerbaren sowie offene, internationale Marktzugänge für Import und Export sind Voraussetzung dafür, dass die Unternehmen der Tiefkühlwirtschaft ihre Rolle für eine verlässliche Versorgung weiter ausüben können”, sagt dti-Geschäftsführerin Sabine Eichner.






