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Tegut: Vom Filialwachstum bis zum Ende einer Ära

Die Marke Tegut verschwindet aus der deutschen Handelslandschaft: Am 11. März 2026 hat die Migros ihren Verkauf bekanntgegeben. Die wechselvolle Entwicklung des hessischen Familienunternehmens im Überblick.

Donnerstag, 26. März 2026

Foto: Christian Tech photoplusgraphic

Von Sibylle Menzel

Im März 2026 hat die Genossenschaft Migros Zürich die Konsequenzen gezogen und Tegut aufgrund anhaltender Umsatzrückgänge verkauft. Der Vertrag mit Edeka über die Übernahme der Tegut-Gruppe ist unterzeichnet. Die Märkte sollen in die Edeka Regionalgesellschaften Hessenring, Südwest, Südbayern und Nordbayern eingegliedert werden.

Nach aktuellem Stand beabsichtigt Edeka die Übernahme von rund 200 Filialen und der autonomen Teo-Märkte, einschließlich der Zentrale in Fulda, des Logistikzentrums in Michelsrombach sowie der Herzberger Bäckerei. Erreicht Edeka regional keine Marktanteile von über 40 Prozent, wird die Genehmigung durch das Kartellamt erwartet.

Die Zukunft weiterer Märkte ist bislang noch offen. Stand Ende 2025 waren es 302 Standorte, bereits  47 Verkaufsstellen weniger im Vergleich zum Vorjahr. Die Entwicklung von Tegut ist wechselhaft. Das EHI Retail Institute hat sie seit der Übernahme der Migros Zürich 2013 nachgezeichnet.

Start der Modernisierung mit Migros

Als die Migros Zürich Tegut zum 1. Januar 2013 übernahm, lag der Fokus zunächst auf Modernisierungsmaßnahmen, jährlich wurden rund 30 Standorte erneuert. Dabei stagnierte zunächst die Filialzahl: Während 2013 noch 280 Märkte betrieben wurden, sank die Zahl durch Schließungen unrentabler Standorte bis 2016 auf 272.

Gleichzeitig schärfte Tegut sein Profil durch einen konsequenten Bio-Fokus und erreichte damit über 25 Prozent Umsatzanteil. Außerdem wurden die Migros-Eigenmarken integriert. Ab 2017 wurde ein Expansionskurs verfolgt, unter anderem durch die Partnerschaft mit Amazon, außerdem wurden erste neue Standorte in Süddeutschland eröffnet.

Expansion und Übernahme von Basic Bio Supermärkten

Zwischen den Jahren 2020 und 2024 forcierte Tegut das Wachstum und steigert die die Zahl der Verkaufsstellen  von 283 auf 349 Filialen. Weitere Märkte in Süddeutschland wurden eröffnet, ab 2020 erfolgte zudem der Roll-out des unbemannten Kleinfilialkonzepts „Teo“. Ende 2023 kam es zur Übernahme von 19 Basic-Bio-Supermärkten.

Trotz des Filialwachstums verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage. Laut dem Finanzbericht der Genossenschaft Migros Zürich führten die allgemeine Konsumentenstimmung und massive Wechselkursverluste  zu erheblichen Umsatzrückgängen; für 2025 wurden rund 20 Millionen Schweizer Franken genannt. Ende 2025 wurde das Netz an Standorten wieder bereinigt und auf 302 reduziert.

Gegründet wurde Tegut 1947 von Theo Gutberlet. Bis 2009 führte Sohn Wolfgang Gutberlet das hessische Handelsunternehmen, das schließlich Enkel Thomas Gutberlet weiterführte. Im Dezember 2025 wurde bekannt, dass Thomas Gutberlet als COO beim genossenschaftlich organisierten Nahversorgunger Tante Enso fungiert.

 

 

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