Nach Schätzungen des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie BDSI sank die Produktion der in Deutschland hergestellten Süßwaren und Knabberartikel im Jahr 2025 auf 3,9 Millionen Tonnen (-5,3 %). Wertmäßig entwickelte sich die Produktion mit rund 18,6 Milliarden Euro positiv (+8,7 %).
Auch zum Exportgeschaft stellte der BDSI im Vorfeld der Internationalen Süßwarenmesse ISM in Köln den Rückblick auf 2025 vor: Das für die deutsche Süßwarenindustrie so wichtige Exportgeschäft mit
Süßwaren und Knabberartikeln ist demnach, wie bereits 2023 und 2024, auch im Jahresverlauf 2025 deutlich gesunken. Insgesamt wurden schätzungsweise 2,3 Millionen Tonnen Süßwaren und Knabberartikel exportiert. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von -5,6 %. Der Exportumsatz stieg im Jahr 2025 um +16,9 Prozent auf rund 17,3 Milliarden Euro.
Die Renner: Von Schokoriegel bis Nussmix
Aus Sicht von Dr. Henning Bergmann, Hauptgeschäftsführer Der Mittelstandsverbund, war der Geschäftsverlauf 2025 im Süßwarenbereich insgesamt stabil bis leicht positiv. Die Umsatzentwicklung lag gegenüber 2024 zwischen rund +2 und knapp +5 Prozent. Der Umsatzanteil von Süßwaren inklusive Speiseeis am Gesamtumsatz Food bewegte sich zwischen rund 9 und 13 Prozent.
Hinter diesen Zahlen verbergen sich laut Bergmann Verschiebungen innerhalb der Warengruppen: Schokoladenwaren entwickelten sich beispielsweise bei einzelnen Unternehmen deutlich positiv mit Zuwächsen von bis zu rund 9 Prozent. Knabberartikel entwickelten sich volatil: Während einzelne Unternehmen Rückgänge von rund 5 Prozent verzeichneten, berichteten andere von einer eher neutralen Entwicklung.
Zu den Rennern 2025 zählten insbesondere Schokoladenriegel, Sandwichgebäck, American Cookies, Biskuit- und Eiergebäck, Keks- und Waffelmischungen, Frucht- und Weingummi, Brause-, Kau- und Lutschbonbons, Freeze Dried Candy, Nussmixe mit Schokolade oder Gummibärchen sowie Speiseeis in Haushalts- und Multipackungen.
Schwächer nachgefragt waren hingegen Oster- und Weihnachtsartikel, Weihnachtsstollen, Pralinen – insbesondere alkoholische Varianten –, Puffreis, Chips-Spezialitäten und klassische Glattchips, sowie vegane Artikel bei Schokolade und Speiseeis.
Handelsmarken und Aktionsgeschäft
Ein zentrales Merkmal des Jahres 2025 war die weiter steigende Bedeutung der Handelsmarken, so Bergmann. Ihr Anteil am Süßwarenumsatz liegt inzwischen bei rund 15-30 Prozent: “Handelsmarken sind dabei keine Konkurrenz zur Markenindustrie, sondern eine strategisch wichtige Ergänzung: Sie ermöglichen preislich attraktive Angebote, schnelle Reaktion auf Trends und sichern die Sortimentsvielfalt in einem hochpreissensiblen Markt.”
Parallel dazu habe das Aktionsgeschäft weiter an Bedeutung gewonnen. Der Anteil der Promotions am Süßwarenumsatz liegt inzwischen bei rund 30 Prozent – einige Händler beziffern es sogar auf 35 Prozent.
Differnziertes Bild bei Schokolade
Eine Studie von den Marktforschern NIQ zeigt, dass sich die Schokoladenpreise in Europa im Durchschnitt innerhalb von zwei Jahren um 31 Prozent erhöht haben. Im europäischen Vergleich weist Deutschland allerdings weiterhin eine unterdurchschnittliche Preisentwicklung auf. Mit einem Preisanstieg von 27 Prozent liegt Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt und bleibt auch beim absoluten Preisniveau im unteren Bereich, kommentiert Ulrich Zuenelli, Aufsichtsratsvorsitzender Sweets Global Network.
Differenziert betrachtet zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Segmenten. Während klassische Ganzjahresprodukte wie Tafelschokolade und Riegel vergleichsweise robust bleiben, ist insbesondere in Deutschland eine spürbare Zurückhaltung bei Saisonartikeln zu beobachten. Das Oster- und Weihnachtsgeschäft entwickelte sich deutlich schwächer als in den Vorjahren.
Trotz der kräftigen Preissteigerungen, so Zuenelli, bleibe die Nachfrage nach Schokoladenprodukten relativ stabil. Zwar ging der Absatz mengenmäßig europaweit um rund 6 Prozent zurück, jedoch deutlich weniger stark als die Preise steigen. Das zeige sehr klar: Die Verbraucher verzichten nicht auf Schokolade. Schokolade bleibe damit eine emotional stark verankerte Warengruppe – auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten.






