Der globale Alkoholmarkt steht nach Einschätzung von Roland Berger vor einem historischen Umbruch. In der aktuellen Studie „The Future of Alcohol 2026“ prognostiziert die Unternehmensberatung einen strukturellen und unumkehrbaren Rückgang des weltweiten Alkoholkonsums. Im schlimmsten Szenario könnten die Absatzmengen bis 2050 um 50 Prozent sinken.
Treiber dieser Entwicklung seien wachsendes Gesundheitsbewusstsein, strengere Regulierungen, demografischer Wandel und veränderte Konsumgewohnheiten jüngerer Generationen. Besonders in westlichen Märkten gehe der Pro-Kopf-Konsum bereits seit Jahren zurück. In Deutschland ist die Nachfrage nach Spirituosen im LEH 2025 erneut gesunken.
Technologie als neue Wachstumsstrategie
Gleichzeitig sieht die Studie neue Chancen durch sogenannte „Alco-Tech“-Modelle. Dazu zählen KI-gestützte Personalisierung, digitale Konsumentenplattformen und moderne Fermentationstechnologien. Vor allem alkoholfreie und funktionale Getränke gelten als künftige Wachstumstreiber.
Nach Einschätzung der Autoren wird künstliche Intelligenz die Getränkeindustrie ähnlich verändern wie Streamingdienste die Musikbranche. KI-basierte Empfehlungssysteme könnten personalisierte Wein- und Spirituosenempfehlungen automatisiert erstellen und neue Vertriebsmodelle ermöglichen.
Industrie soll Regulierung aktiv mitgestalten
Zugleich fordert Roland Berger einen Strategiewechsel im Umgang mit Politik und Regulierung. Hersteller sollten Standards für „gesünderen Alkohol“ künftig aktiv mitentwickeln, statt lediglich auf neue Vorgaben zu reagieren.
Regional empfiehlt die Studie unterschiedliche Ansätze: Europa gelte als Vorreiter bei Standards und Nachhaltigkeitslabels, in den USA seien bundesstaatenspezifische Strategien entscheidend, während in Asien weiterhin marketinggetriebenes Wachstum möglich sei.






