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Polemik um hochverarbeitete Lebensmittel geht weiter

Eine Artikelserie im Fachjournal „The Lancet“ prangert hochverarbeitete Lebensmittel als "Bedrohung der öffentlichen Gesundheit“ an. Der Lebensmittelverband Deutschland widerspricht.

Mittwoch, 19. November 2025

Foto: Homepage The Lancet
Homepage The Lancet

Von Marcelo Crescenti

Das renommierte Fachjournal „The Lancet“ hat eine Serie wissenschaftlicher Artikel veröffentlicht, die sogenannte hochverarbeitete Lebensmittel als eine „Bedrohung der öffentlichen Gesundheit“ einstuft.

Demnach verdrängen industriell hergestellte Produkte frische Nahrungsmittel zunehmend vom Speiseplan und bringen gesundheitliche Risiken mit sich. Studien haben in der Vergangenheit den Konsum stark verarbeiteter Lebensmittel mit Krankheiten wie Diabetes, Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang gebracht.

Lebensmittelverband zweifelt Methode an

Der Lebensmittelverband Deutschland widerspricht in einer Stellungnahme der Veröffentlichung im „The Lancet“. Die im Beitrag genutzte Klassifizierung und die daraus abgeleiteten gesundheitlichen und politischen Schlussfolgerungen seien „wissenschaftlich nicht belegt”. Sie “verkennen die Bedeutung moderner Lebensmittelverarbeitung für Sicherheit, Qualität, Innovation und gesellschaftliche Teilhabe“, so die Interessensvertretung der deutschen Lebensmittelwirtschaft.

“Verarbeitung sorgt für Haltbarkeit, Sicherheit, Hygiene, Nährwertstabilität und Vielfalt – und damit für die verlässliche Verfügbarkeit von Lebensmitteln”, so der Verband.

EU-Steuer auf stark verarbeitete Lebensmittel?

Stark verarbeitete Lebensmittel sind aktuell auch Thema bei der Europäischen Union. Die EU-Kommission möchte laut Berichten im kommenden Jahr eine Abgabe auf hochverarbeitete Lebensmittel mit hohem Zucker-, Salz- und Fettgehalt vorschlagen. Diese Maßnahme würde auch Alkopops betreffen.

Mit diesem Schritt wolle man “Anreize für eine ausgewogene Ernährung setzen und Hersteller dazu motivieren, ihre Produkte gesünder zu machen”, heißt es. Die Einnahmen, die durch die neue Steuer generiert werden, sollen laut Plan in Gesundheitsförderungsprogramme fließen.

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