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Point of Health? Verbraucher sind offen für Gesundheitsangebote

Kann aus dem Point of Sale ein Point of Health werden? Laut einer Studie stehen Verbraucher Gesundheitsangeboten im Handel jedenfalls offen gegenüber. Sofern die Qualität stimmt.

Freitag, 27. März 2026

Foto: AdobeStock/Farknot Architect

Von Sibylle Menzel

Fast ein Drittel der Verbraucher (29%) ist unzufrieden mit ihrer aktuellen medizinischen Versorgung. Vor allem die Terminverfügbarkeit in Praxen wird von jedem Zweiten als schwierig angesehen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie “Vom Point of Sale zum Point of Health” des Professional-Services-Unternehmen Deloitte.

Hier könnte laut Studienbetreiber der Einzelhandel als Anbieter von niedrigschwelligen Gesundheitsdiensten Abhilfe schaffen: 60 Prozent der Befragten können sich grundsätzlich vorstellen, Gesundheitsdienstleistungen wie Augentests oder Blutabnahmen im Einzelhandel wahrzunehmen. Besonders Drogerien werden als geeigneter Rahmen angesehen (39%), gefolgt von Einkaufszentren (25%) und Supermärkten (17%).

Anreiz und Sortimentswünsche

Hauptanreize des Einzelhandels sind Faktoren wie kürzere Wartezeiten (47%), die Nähe zu üblichen Wegen (35%) und einfache Terminvereinbarung (34%). Diagnostische Leistungen wie Augen- oder Hauttests werden dabei bevorzugt (43%) gegenüber dem Kauf von rezeptfreien Medikamenten (29%) und telemedizinischen Beratungen (27%).

52 Prozent der Interessierten würden ihr übliches Geschäft wechseln, um eine Gesundheitsdienstleistung im Einzelhandel wahrzunehmen und gleichzeitig ihren Einkauf zu erledigen. Zudem haben die Verbraucher großes Interesse an der Erweiterung des Sortiments. Das reicht von Nahrungsergänzungsmitteln (45%), Naturheilmitteln (43%) bis zu medizinischen Hilfsmitteln wie Lesebrillen oder Inhalatoren (37%) in direkter Nähe zu den Gesundheitsservice.

Qualität entscheidet

Der Erfolg von Gesundheitsservices im Einzelhandel hängt der Studie zufolge maßgeblich von der wahrgenommenen Professionalität ab. Fast die Hälfte der Befragten (48%), die solche Angebote nicht nutzen wollen, nennt Bedenken bezüglich der Qualität der Dienstleistung als Grund. Ein genereller Mangel an Vertrauen (16%) und Bedenken hinsichtlich der Hygiene (13%) spielen eine nachgelagerte Rolle.

“Einzelhändler sind gut beraten, eng mit dem ersten Gesundheitsmarkt zu kooperieren, um glaubwürdige Qualitätssignale zu senden – etwa durch Partnerschaften mit Fachärzt:innen oder zertifizierten Anbietern und mit klar definierten Ausbildungsstandards für das Personal”, kommentiert Egbert Wege, Einzelhandelsexperte und Partner bei Deloitte.

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