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JLL-Studie: Handel vor nächster Umbruchphase

Der deutsche Einzelhandel verändert sich weiter, wie die Studie „NextGen Shoppers“ von JLL zeigt. Beim Lebensmitteleinkauf kaufen 24 Prozent der 18- bis 29-Jährigen online, bei Senioren sind es acht Prozent. Fachmarktzentren gewinnen dagegen mit dem Alter von 20 auf 37 Prozent hinzu, ein Trend mit spürbaren Folgen für Handels- und Immobilienstrategien.

Montag, 23. Februar 2026

Ein Großteil der Babyboomer setzt immer noch auf Fachmarktzentren.Foto: AdobeStock/Prostock-studio
Frau mit Einkaufstaschen

Von Tanya Wolf

Die aktuelle Untersuchung „NextGen Shoppers: Deutschlands Konsumenten im Wandel“ des Immobiliendienstleisters JLL zeigt, dass sich der deutsche Einzelhandel in den vergangenen Jahren stark verändert hat und weiter verändern wird. Für die repräsentative Erhebung ließ JLL rund 10.000 Konsumenten in Deutschland zu ihren Einkaufsgewohnheiten und Zukunftserwartungen befragen. Laut der Analyse variieren Konsumgewohnheiten stark nach Alter, Wohnort und Warenkategorie, und wirken sich direkt auf die Immobilienwirtschaft aus, wobei Konsumenten in den Metropolen andere Formate bevorzugen als im Bundesschnitt.

Generationsunterschiede beim Lebensmitteleinkauf

Beim Lebensmitteleinkauf dominiert das Online-Shopping bei Konsumenten zwischen 18 und 29 Jahren mit 24 Prozent, während Senioren nur zu acht Prozent den digitalen Einkauf bevorzugen. Umgekehrt steigt die Beliebtheit von Fachmarktzentren von 20 Prozent bei Jüngeren auf 37 Prozent bei Älteren.

Bei Zukunftswünschen stehen Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung altersübergreifend im Fokus. Bio-Qualität zeigt jedoch eine inverse Altersverteilung: 21 Prozent bei jungen Erwachsenen, nur 16 Prozent bei Senioren. Regionale Produkte gewinnen dagegen mit dem Alter an Bedeutung: von 29 Prozent bei den Jüngsten auf 48 Prozent bei den Ältesten.

Die Technologie-Akzeptanz variiert stark. App-basierte Angebote interessieren 44 Prozent der Generation Z, aber nur 16 Prozent der Senioren. Online-Bestellung mit Abholung nutzen 40 Prozent der jungen Erwachsenen gegenüber 23 Prozent der Senioren.

Elektronikprodukte online gekauft

Bundesweit kaufen 42 Prozent Elektronikprodukte bevorzugt online ein, in den Großstädten sind es 41 Prozent. Fachmärkte erreichen bundesweit 38 Prozent, in Metropolen nur 34 Prozent. Shopping Center werden in Großstädten mit 16 Prozent stärker genutzt als im Bundesdurchschnitt von zwölf Prozent.

Besonders ausgeprägt sind die Unterschiede bei Mode und Schuhen. Bundesweit dominiert Online-Shopping mit 38 Prozent, in Metropolen führen Shopping Center mit 38 Prozent knapp vor dem Online-Handel mit 35 Prozent. Stuttgart erreicht mit 44 Prozent den höchsten Online-Anteil, Leipzig mit 47 Prozent die stärkste Shopping-Center-Nutzung.

Jüngere nutzen das Sparpotenzial über die App

Noch deutlicher zeigen sich generationsspezifische Präferenzen. Die Generation Z zwischen 18 und 29 Jahren kauft preisbewusst ein und setzt stark auf digitale Lösungen. 77 Prozent gelten als preissensitiv, 44 Prozent verwenden App-basierte Rabatte, 40 Prozent nutzen Online-Bestellung mit Abholung. 58 Prozent besuchen Restaurants als sozialen Treffpunkt.

Die mittlere Generation X schätzt die Kombinierbarkeit von Einkaufen mit anderen Tätigkeiten am stärksten. 29 Prozent fordern mehr Gastronomie, 29 Prozent wünschen digitale Vernetzung bei zukünftigen Einkaufsorten.

Dagegen halten ältere Generationen an traditionellen Strukturen fest. 59 Prozent der Senioren schätzen persönliche Beratung, bei den Babyboomern sind es sogar 61 Prozent. Diese Gruppen bevorzugen verkehrsgünstige Erreichbarkeit und klassische Fachmarktformate.

Alter entscheidend bei Mobilität

Während Senioren zu 76 Prozent das Auto nutzen, sind es bei der Generation Z nur 49 Prozent. Der öffentliche Nahverkehr erreicht über alle Altersklassen 26 Prozent, bei jungen Erwachsenen bereits 33 Prozent. In den Metropolen liegt der Gesamtanteil mit 32 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

54 Prozent aller Befragten befürworten autofreie oder autoarme Innenstädte, bei der Generation Z sind es 61 Prozent. Selbst in ländlichen Regionen sieht eine knappe Mehrheit von 55 Prozent positive Auswirkungen auf das Einkaufserlebnis.

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