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Handel treibt Energieeffizienz voran – LEH investiert massiv

Die Handelsbranche reduziert seit Jahren seinen Energieverbrauch. Besonders der Lebensmittelhandel setzt auf effiziente Technologien, um den Strombedarf zu senken, zeigt eine Studie.

Dienstag, 25. November 2025

Effiziente Beleuchtung: LEH senkt StromverbrauchFoto: RU
Licht im Supermarkt

Von Marcelo Crescenti | Fotos: RUNDSCHAU

Der deutsche Einzelhandel reduziert seit Jahren erfolgreich seinen Energieverbrauch und investiert in Energieeffizienz. Besonders der Lebensmittelhandel setzt dabei auf wirksame Technologien, um hohen Strombedarf zu senken und zugleich die Energiewende im eigenen Betrieb voranzubringen. Das zeigt die neue EHI-Studie „Energiemanagement im Einzelhandel 2025“.

„Die Zukunft der Energieeffizienz im Handel liegt in konsequenter Digitalisierung, höherer Transparenz und der strategischen Vernetzung aller energierelevanten Systeme“, sagt Studienautor Benjamin Chini.

Stromintensive Kältetechnik größte Herausforderung

Im Lebensmitteleinzelhandel ist der Stromverbrauch seit 2018 deutlich gesunken – von 317 auf 289 kWh pro Quadratmeter Verkaufsfläche. Trotz aller Effizienzgewinne bleibt die Kühlung jedoch der dominierende Energieposten: 52 Prozent des gesamten Strombedarfs entfallen auf Kältetechnik, gefolgt von Beleuchtung (20 Prozent) sowie Klima und Lüftung (9 Prozent). Damit liegt der LEH deutlich über dem Nonfood-Segment, in dem vor allem die Warenbeleuchtung (56 Prozent) und Klimatisierung (29 Prozent) den Energieverbrauch bestimmen.

Parallel verschiebt sich der Gesamtenergiebedarf zunehmend hin zu Strom. Der steigende Einsatz von Wärmepumpen ersetzt fossile Heizsysteme, senkt aber den Wärmeverbrauch im LEH auf derzeit 89 kWh/qm.

Investitionen: LEH fokussiert auf Kälte und Beleuchtung

Um Verbrauch und Kosten weiter zu senken, investiert der Lebensmittelhandel gezielt in Effizienztechnik. 60 Prozent der Investitionen fließen in moderne Kälteanlagen – ein zentraler Hebel, da Kühlung der größte Stromfresser bleibt. Weitere Mittel gehen in Beleuchtung (16 Prozent), regenerative Energieerzeugung und -speicherung (13 Prozent) sowie Klima- und Lüftungstechnik (8 Prozent).

Im Nonfood-Handel verschieben sich die Prioritäten: Dort entfallen 68 Prozent der Investitionen auf effiziente Beleuchtung. Regenerative Energien folgen mit 12 Prozent.

Wärmerückgewinnung rückt in den Fokus

Beim Thema Wärme setzt der Lebensmittelhandel vor allem auf Wärmerückgewinnung und Abwärmenutzung (35 Prozent). Jeweils 25 Prozent werden in Gebäudehülle sowie regenerative Wärmeerzeugung und -speicherung gesteckt. Intelligente Steuerungen liegen bei 11 Prozent.

Nonfood-Unternehmen investieren dagegen vor allem in smarte Regelungstechnik (54 Prozent), da viele Filialen in Mietobjekten liegen und bauliche Maßnahmen kaum möglich sind.

Klimafreundliche Heizsysteme: Fortschritte nur in Etappen

Die Studie zeigt zudem, wie herausfordernd der Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme bleibt. 41 Prozent der Händler planen bis 2030, bis zu einem Viertel ihrer Anlagen auf regenerative Energieträger umzurüsten. Nur 9 Prozent streben an, nahezu ihre gesamte Heiztechnik zu erneuern. Die vollständige Transformation bis 2030 planen ebenfalls nur 9 Prozent. Hauptgrund: Die hohen Investitionskosten, die besonders bei bestehenden Immobilien schwer zu stemmen sind.

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